Archiv für November 2008

Nachruf

Er war ein Mensch aus “Ecken und Kanten”. Die stromlinienförmig glatte Seite und kriecherische Anpassung waren nie seine Sache!
Manfred Waldschmidt, Göttingen ist nicht mehr.
Er verstarb im Alter von 72 Jahren nach schwerer Krankheit.

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Als hoffnungsvoller Nachwuchs einer eingesessenen Försterfamilie in Friedberg/Hessen geboren, war ihm die Verbundenheit zur Natur “in die Wiege gelegt”. Die Aufnahme des Studium der Forstwissenschaften an der Forstlichen Fakultät der Universität Göttingen (damals noch in Hann. Münden angesiedelt) und Ausbildung zum gestandenen Forstmann war die folgerichtige Entwicklung des jungen Waldschmidt, dessen seinerzeitige Zugehörigkeit zu einer “schlagenden Verbindung” am besten dokumentieren kann, wes “Geistes Kind” er war.

Er begann eine Doktorarbeit zum Thema Walderschließung - jedoch die noch unfertige Arbeit ließ er dann plötzlich “in der Schublade” verschwinden. Anscheinend hatte ihn ein traumatisches Erlebnis des damals Zweijährigen eingeholt,als der Vater ihm einen frisch “gestreckten” Rehbock präsentierte. Entsetzen habe im Gesicht des Kindes gestanden, so die Pastorin in ihrer Predigt, die ein altes Fotos angeschaut hatte.

waldschmidt_01_web.jpgJedenfalls wandte sich der junge Doktorand Manfred Waldschmidt abrupt vom Wege der traditionellen Forstwirtschaft ab und wandte sich, seiner Intuition und dem längst erworbenen Fachwissen folgend, schon lange vor der “Ökowelle”, aus Überzeugung und mit seiner ganze Kraft dem Natur- und Artenschutz zu. Nicht nur in forstlicher Hinsicht -
da war ihm ohnehin inzwischen der Weg zur beruflichen Karriere des etablierten staatlichen Forstmeisters “nachhaltig” versperrt! Ein Förster, der nicht nur die Philosophie des “Altersklassenwaldes”, der Kahlschlagwirtschaft,  der Walderschließung, der “sauberen Wirtschaft” u.a.m. in Frage stellte, sondern auch die Jagd ablehnte - untragbar für jeden Forstbetrieb.
Mit befristeten Arbeitsverträgen an der Forstfakultät in Göttingen hangelte er sich dann beruflich recht und eher schlecht weiter. Zusammen mit seiner Frau Helga - und später den ebenfalls einschlägig eingebundenen Kindern - entwickelt sich dann im Hause Waldschmidt, in der Romstr. auf dem “Holtenser Berg”, ein einzigartiges Zusammenleben zwischen Wildtieren und der Familie.

Manfred Waldschmidt war ein ausgezeichnter Ornithologe mit umfassender Artenkenntnis und darüber hinaus auch Wissen über das Leben und die Ökologie der Vögel. So blieb es nicht aus, dass zunehmend hilflos aufgefundenen Vögel den Weg nach dort fanden. Es kam folgerichtig zur Schaffung einer Wildvogel-Pflegestation, in der so mancher verunglückte, angeschossene oder kranke Vogel oder aus dem Nest gefallene Küken Hilfe und Pflege erfuhren. Für viele von ihnen endete das auch nur mit dem Tode - eine Last, die jedem Tierpfleger zunehmend auf die Seele drückt, der mit der harten Realität tagein, tagaus konfrontiert wird. Manfred Waldschmidt, seine Frau, Kinder und freiwillie Helfer haben dies alles auf sich genommen und jedem Pflegling zumindest einen würdigen Rahmen für das Ende gegeben.

waldschmidt_ret_web.jpgSo wurde im Laufe der Jahre die “Wildtier- und  Vogelpflegstation” eine Institution im Raume Göttingen und weit darüber hinaus. Bis weit nach Nordhessen und in´s mittlere Niedersachsen reichte schließlich der Bereich, aus dem Manfred Waldschmidt für Notfälle zu Hilfe gerufen wurde - und er versagte diese nie. Notfalls scheute er auch weite Wege nicht., um einem bedürftigen Tier seine Hilfe zuteil werden zu lassen. Finanziert wurde das Ganze, außer vor allem aus den Eigenmitteln der Familie, die ihr kleines Erbe auf diese Weise allmählich verausgabte, aus Spenden der Tier- und Vogelfreunde und eher lächerlich geringen Zuschüssen von Stadt, Landkreis und Land, die sich auf diesem Wege sehr billig aus der an sich ja ihnen obliegenden Verantwortung für die Tiere gestohlen haben.

Manfred Waldschmidt war ein guter Lehrer, der dem Publikum viel über die Vogelwelt vermittelt hat und dem einige seiner “Schüler” ihr Wissensfundament für ihre spätere Tätigkeit im Vogelschutz und Naturschutz verdanken. So wie er im damaligen Deutschen Bund für Vogelschutz viele Jahre lang erfolgreich als Vorsitzender gedient hat.

Er hat es nie leicht gehabt; er hat es hingenommen, in seiner unbeschreiblichen, an sich ja bis zur Selbstzerstörung reichenden, Konsequenz im Eintreten für seine Überzeugung und für den Schutz der Tiere und ihrer Lebensräume, stets und ständig mit Schwierigkeiten zu kämpfen. Dank hat er meist nicht erfahren. Ein “highlight” war da, dass ihm - zugleich mit Prof. Michael Succow, Greifswald - im Rahmen des “Wildbiologischen Seminars”, Institut für Wildbiologie, Univ. Göttingen (Prof. A. Festetics) in Anerkennung seiner Verdienste um den Vogelschutz der “Göttinger Mauersegler” überreicht wurde: Eines von zwei einmaligen, in besonderem Metallguss angefertigten Exemplaren aus der meisterlich-künstlerischen Hand von Wolfgang Tambour (VsK-Gründungsmitglied).

Ansonsten war Manfred Waldsschmidt stets der eher äußerst unbequeme Mahner und beißende Kritiker (”er hat ja recht, aber …..”), der eben kein Blatt vor den Mund nahm und in seinem überzeugten Eintreten für Natur- und Tierschutz sich nicht selbst verleugnete. Er war unbestechlich und ohne persönliche Vorteilsnahme. Alles was er hatte, haben er und seine Frau, nicht zuletzt die ganze Familie für die Tiere gegeben.  Ihm ein Andenken zu bewahren heißt: Einem aufrechten Mann, der sein Leben den Tieren, vor allem den Vögeln, und dem Schutz der Natur geopfert hat, Hochachtung zu zollen.
Leider hat die unheilbare tückische Erkrankung ihn viel zu früh von uns gehen lassen. Bei aller Kritik, die man auch an ihm zu üben hatte, war das Leben und Wirken von Manfred Waldschmidt einzigartig.
Männer seines Schlages und von der charakterlichen Stärke, die er auch in härtesten Situationen bewiesen hat, stehen ganz oben in der “Roten Liste”, so wie viele jener bedrohten Vogelarten, für die er unbeirrbar sich eingesetzt hat. Bei zugleich aufrichtiger Anteilnahme und großem Respekt für seine Frau Helga, ohne die VsK-Mitglied Manfred Waldschmidt sein Lebenswerk nicht hätte vollbringen können, verneigen wir uns vor ihm und werden seiner stets dankbar gedenken.

Göttingen, den 25. November 2008                   Dr. Eberhard Schneider

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Fotos Transbaltica 2008

We are happy to present you the photos made at the three days on “Transbaltica-Conference 2008″ in Rusne. There is a separate galery for each day, so please make your choice…

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Erfolgreiche Konferenz

Kurzbericht aus Rusne und von der Narew

transbalt_01_thu.jpgIn Rusne hat das VsK in der vergangenen Woche in Zusammenarbeit mit dem BBN und örtlichen Interessengruppen die “1.Internationale Transbaltica-Konferenz Vogelzug und Naturschutz” abgehalten. Alle Beteiligten waren der Meinung, dass diese Konferenz ein voller Erfolg war.

Neben Fachvorträgen zu Themen des Vogelschutzes und des Umwelmangagements gab es interessante Fakten über regionale Besonderheiten. Tenor und Ergebnis der Veranstaltung war, dass die Region enorme Potentiale hat. Welche einerseits in den zu bewahrenden und zum Teil wiederzubelebenden Naturschätzen zu finden sind und andererseits in den Möglichkeiten des Naturtourismus liegen. Denn das Memeldelta ist ein Drehkreuz des Vogelzugs migrierender Arten, die in nördlichen Gebieten Brüten und im Winter südliche Gefilde aufsuchen. Hier Rasten alljährlich tausende Vögel. Nun gilt es, diese Potentiale im Sinne der Bewohner des Deltas zu nutzen, so dass die Menschen ihr Einkommen haben. Ohne jedoch die Natur dabei zu übernutzen und letztlich zu zerstören. Wir möchten unser Know-How zur Verfügung stellen und planen bereits weitere Veranstaltungen, um die Zusammenarbeit zu fördern und konkrete Projekte in Gang zu setzten.

Zurzeit arbeiten wir an der Dokumentation zur Konferenz, damit die wertvollen Ergebnisse für Interessierte zur Verfügung stehen. Sie werden hier erfahren, wenn diese Publikation bereit steht.

Wir möchten uns an dieser Stelle nochmals ausdrücklich bei den Menschen vor Ort bedanken, die uns herzlich Empfangen und die Konferenz durch die hervorragende Organisation zu einem Erfolg gemacht haben.

Narew

Auf dem Rückweg von Rusne haben wir in Polen an der Narew Halt gemacht. Unsere polnischen Kollegen haben dort im Frühjahr dieses Jahres Pflegemaßnahmen durchgeführt (wir berichteten >>hier lesen<<), die wir uns nun anschauen konnten.  Schauen Sie sich auf der folgenden Seite die Fotos an, die wir für Sie mitgebracht haben… ‘Erfolgreiche Konferenz’ weiterlesen