Archiv für März 2009

Zweifel an Vogelgrippe-Nachweis

Das Vogelschutz-Komitee hat bereits in der Vergangenheit wiederholt darauf hingewiesen, dass  offizielle Verlautbarungen aus Ministerien und anderen Diensstellen zum Thema “Vogelgrippe” nicht immer der Wahrheit gerecht wurden, indem oftmals Vögel verantwortlich gemacht wurden für die Verbreitung des Virus. Obwohl Menschen zumeist sehr stark eingebunden sind in die Verschleppung der Infektionen über kurze und weite Entfernungen.  Hier nun ein neuer Fall (Wiedergabe einer Pressemitteilung des “Wissenschaftsforum Aviäre Influenza -WAI”):

P R E S S E M I T T E I L U N G

Experten kritisieren Reaktionen auf angeblichen Vogelgrippefall

Experten des Wissenschaftsforums Aviäre Influenza (WAI) zeigten sich besorgt über die Reaktionen auf den angeblichenstockente_web.jpg Nachweis der hoch pathogenen Vogelgrippe “H5N1 Asia” in Bayern. Dort waren bei der Untersuchung einer Ente, die bereits im Januar am Starnberger See geschossen worden war, Gen-Spuren gefunden worden, die von den Behörden als Beweis für eine Infektion durch Vogelgrippe interpretiert wurden. Dr. Peter Petermann vom WAI warnt dagegen vor voreiligen Schlussfolgerungen: “2008 wurde bekannt, dass es weltweit wiederholt zu falschen Ergebnissen bei Genanalysen von Influenza-Viren gekommen ist, meistens infolge einer Verunreinigung von Proben im Labor. Auch bei mehreren angeblichen Nachweisen von Vogelgrippe-Viren in Mitteleuropa besteht der begründete Verdacht auf eine Kontamination im Labor”.  Besonders verdächtig seien immer sogenannte “Einzelbefunde” bei gesunden Tieren, also Virennachweise bei einem einzigen Vogel aus einem größeren, negativ beprobten Schwarm. Da H5N1-Asia-Viren als “hoch-ansteckend” gelten, sei eine solche Situation sehr unwahrscheinlich - genau wie bei der Ente am Starnberger See, die zusammen mit 38 anderen Enten und Gänsen erlegt worden war.

Der internationale Wasservogelexperte Dr. Johan H. Mooij verweist darauf, dass solche “Einzelbefunde” bisher nur extrem selten gefunden wurden: „Seit 2005 wurden weltweit mehr als 350.000 lebende Wildvögel auf HPAI-H5N1 untersucht. Dabei gab es - einschließlich des aktuellen Falles - lediglich acht mal positive Laborbefunde (davon sechs 2005 in China), die jedoch in jedem einzelnen Fall mehr Fragen aufwerfen, als dass sie Antworten liefern.“ Zuletzt wurden im März 2008 bei einer Tafelente in der Schweiz Fragmente eines Viren-Gens gefunden, jedoch konnten keine Viren isoliert werden. Bis zu 5% falsch-positive PCR-Ergebnisse seien jedoch normal, betonte Dr. Mooij, aber keiner der „positiv“ getesteten Vögel sei zur Kontrolle mit einem alternativen Verfahren untersucht worden.Helfen Sie Lebensräume retten

Angesichts der großen Zahl von jährlich auf Vogelgrippe untersuchten Proben ist  eine geringe Zahl an falsch-positiven Befunden  unausweichlich. Gewissheit kann die Isolierung der Viren und die vollständige Analyse (Sequenzierung) ihres Erbguts geben. Durch Vergleiche lassen sich daraus Hinweise auf die Herkunft der Viren und eine mögliche Kontamination ableiten. Das WAI fordert deswegen, die Laborbefunde vollständig zu veröffentlichen und auf grundlose Spekulationen zu verzichten.

Hinweise auf eine versehentliche Kontamination von Proben gab es nach Erkenntnissen des WAI auch bei zwei früheren “Ausbrüchen” in Deutschland. In beiden Fällen war jeweils nur ein einzelner Vogel (eine Hausgans und eine Hausente) aus einem größeren Bestand positiv beprobt worden, wogegen alle anderen Tier im Bestand frei von Vogelgrippeviren waren. Die genetische Analyse ergab, dass die Viren fast identisch waren mit Viren aus anderen Fällen, von denen einer bereits zwei Jahre zurücklag. Zu einer Kontamination kann es kommen, wenn im Labor eingelieferte Vögel verschiedener Herkunft nicht sicher getrennt werden, aber auch durch sogenannte Positiv-Proben, die Viren-Erbgut aus früheren Nachweisen enthalten, und bei jeder Analyse zur Kontrolle mitlaufen.

hoeckerschwan_web1.jpgAus der Luft gegriffen ist nach wissenschaftlichen Erkenntnissen des WAI die Behauptung der Behörden, der positive Befund bei einer Ente lasse auf eine anhaltende, verbreitete Durchseuchung von Wildvögeln mit Vogelgrippe-Viren schließen. “Anscheinend hat man aus den dramatischen Vorgängen im Jahr 2007 nichts gelernt,” resümiert Dr. Peter Petermann vom WAI. Damals hatten Funde infizierter Wildvögel auf die seit Wochen anhaltende Zirkulation von Vogelgrippeviren in Geflügelbeständen in Bayern und Tschechien hingewiesen, deren Ausmaß dennoch erst Wochen später erkannt wurde. Die Wildvögel, die tot oder sterbenskrank aufgefunden worden waren, waren offenbar durch Virenaustrag aus den Geflügelbeständen infiziert worden, wie genetische Vergleiche zeigten. Eine Ausbreitung der Viren unter Wildvögeln habe es jedoch damals so wenig gegeben wie in diesem Jahr.

Abschließend äußerten sich Vertreter des WAI erstaunt über die Tatsache, dass dieser zweifelhafte Nachweis von Vogelgrippe viel größeres Aufsehen erregt habe als der gefährliche Laborunfall mit Vogelgrippeviren im Februar 2009. Dabei war es bei der Impfstoffentwicklung in einem Labor des Pharmakonzerns Baxter zur Verseuchung der Proben mit Vogelgrippeviren gekommen. Anschließend waren die Proben für Tierversuche an verschiedene Labors in Europa geschickt worden. Zum Verbleib dieser gefährlichen Sendung gibt es bis heute keine Informationen.

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Schwarzstörche brüten sicher

 Manschette verhindert Kletter-Eskapaden des Waschbärs

schwarzstorch_manschet_6k.jpgDer Zarth ist eine “Naturperle” im südlichen  Brandenburg, was sich auch bei den Schwarzstörchen “herumgesprochen” hat. Bereits vor mehren Jahren errichteten sie dort mitten im Wald auf einem Baum ihren Horst, wo sie auch erfolgreich Nachkommen aufziehen konnten.

Als vor wenigen Wochen erstmals ein Waschbär gesichtet wurde, kam bei örtlichen Vogelfreunden die Sorge auf, dass die geschickten Kletterern möglicherweise den Stamm erklimmen und sich am Schwarzstorchgelege oder den Jungvögeln vergreifen könnten. Die üblicher Weise in solchen Fällen erwogene Möglichkeit von Abschuss oder Wegfang sind keine dauerhaften und nicht vertretbaren Lösungen. Auf unseren Naturschutzflächen werden ohnehin aus Prinzip von uns keine Tiere getötet.

Wie hält man Waschbären vom Nest fern? Dr. Schneider entschied, eine robuste Manschette aus Eisenblech um den unteren Stammteil des Baumes zu montieren. Deren glatte Oberfläche garantiert dafür, dass kein Waschbär am Stamm emporklettert.

Rechtzeitig vor der Ankunft der Störche und dem Beginn des Brutgeschäftes haben wir gemeinsam mit der örtlichen Naturwacht aus Treuenbrietzen die Manschette montiert.

Wir haben ein paar Bilder für Sie ausgewählt: ‘Schwarzstörche brüten sicher’ weiterlesen

Arktische Gänse

In der aktuellen Ausgabe 03/2009 des Fachmagazins “Der Falke -  Journal für Vogelbeobachter” wurden zwei Artikel über Projekte veröffentlicht, die vom VsK wesentlich gefördert wurden.

Der erste Beitrag ist ein Zwischenbericht der Forschungen in den arktischen Brutgebieten Nordischer Wilder Gänse.

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Auch der zweite Artikel handelt von Wilden Gänsen. Allerdings geht es um die teils sehr unsichere Winterrast der Gänse in norddeutschen Gefilden. In Niedersachsen wurde - trotz vehementer Proteste und unserer Petition - eine neue Jagdzeitenverodnung in Kraft gesetzt, die nunmehr die Jagd auf verschiedene Gänsearten erlaubt. Gänsefreunde aus ganz Deutschland formierten sich alsbald zu einer Gänsewacht. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, Jäger bei der Ausübung der Jagd zu beobachten und Fehlabschüsse öder ähnliches Fehlverhalten zur Anzeige zu bringen. Auch die Aktivitäten der Gänsewacht haben wir wesentlich gefördert.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei den vielen Spendern des VsK bedanken, die es uns überhaupt erst ermöglichen, solche wichtigen Projekte in diesem Maße zu fördern! Danke schön!

Weiterführende Links:

Wo sind die Sendergänse jetzt??? >>Live-Tracking von Gänsen mit Satelliten-Sendern auf www.blessgans.de (>>>Blessgans>>>Sender>>>Tracking 2008>>>zum Beispiel “Tracking Marco” [Marco befindet sich zurzeit in Deutschland])

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