Schüsse auf Pferde, Autos, Menschen: Was Jäger verwechseln

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Schüsse auf Pferde, Autos, Menschen: Was Jäger verwechseln

Stellen Sie sich vor, Sie sind daheim in Ihrem Wohnzimmer und decken die Kaffeetafel für Ihre Familie. Plötzlich hören Sie einen lauten Knall – eine Gewehrkugel zertrümmert die Fensterscheibe und schlägt neben Ihnen in die Wand ein. - Sie meinen etwas gibt es nicht? Genau dies geschah letzte Woche im thüringischen Bickenriede: Während sich ein Ehepaar in seinem Wohnzimmer aufhielt, schlug eine Kugel durch die Glasscheibe der Tür ein. Es soll sich um einen Querschläger aus einer Jagdwaffe handeln. (Thüringer Allgemeine, 1.2.2013). (02.02.2013)



Jäger-Geschosse durchschlagen nicht nur Wohnzimmerscheiben, sondern auch Autoscheiben:

So wurde ein französischer Autofahrer durch eine Jägerkugel getötet. Ein Jäger hatte eigentlich auf ein Wildschwein geschossen. Doch die Kugel prallte ab, schlug durch das Fahrerfenster und traf den Autofahrer in den Kopf. (thelocal.fr, 28.1.2013).

"Autofahrerin durch Schuss am Arm verletzt", titeln die Lübecker Nachrichten am 24.1.2013. Während der Fahrt im Kreis Rendsburg-Eckernförde habe ein Projektil die Scheibe der Fahrertür und anschließend den Oberarm der 45-Jährigen durchschlagen.

In letzter Zeit häufen sich Jagdunfälle, bei denen Jäger Pferde auf der Weide, Menschen, Häuser und Autos mit Wildtieren »verwechseln«:

Nachdem ein Jäger bei einer Treibjagd in Niederösterreich unter Alkoholeinfluss einen jungen Mann erschossen hat, fordert der Österreichische Tierschutzverein "angesichts des explosiven Gemisches aus Alkohol und mangelnder psychologischer Eignung" erneut eine Null-Promille-Grenze bei der Jagdausübung sowie eine verpflichtete psychologische Verlässlichkeitsprüfung. Dies berichtet die Wiener Zeitung am 22.1.2013.

"60-Jähriger bei Jagd auf Wildschweine erschossen", titelt welt.de am 20.1.2013. Demnach wurde ein 60-jähriger Jäger bei einer Treibjagd auf Wildschweine im Neckar-Odenwald-Kreis von einem Kollegen mit einem Wildschwein verwechselt und tödlich getroffen.

Ein Jäger hat bei einer Fasanenjagd statt eines Fasans einen Jagdkollegen getroffen. (Kleine Zeitung am 10.1.2013)

»Jäger schießt auf Fuchs und verletzt Mann« (Welt.de, 2.1.2013)

»Jäger nach Schuss auf Auto festgenommen« (Südkurier, 31.12.2012)

Jäger statt Hasen getroffen: »Jagdkollegen angeschossen - Unfall bei der Hasenjagd«, titelt die Main Post am 19.12.2012.

Treiber mit Wildschwein verwechselt und erschossen: Bei einer Treibjagd auf Wildschweine erschoss ein Jäger statt eines Wildschweins aus Versehen einen Treiber (Main Post online, 8.12.2012).

Statt Wildschwein Jäger getroffen: Bei einer Treibjagd wurde ein Jäger verletzt. (Kleine Zeitung, 4.12.2012)

»Jäger treffen Auto mit Querschläger« (Südwestpresse, 16.11.2012). Bei einer Drückjagd auf Wildschweine die Scheibe einer 54-jährigen Autofahrerin von einem Projektil zerschossen.

»Jäger erschießt Fohlen statt Wildschwein« (ORF, 15.11.2012)

«Schuss trifft Überlandbus: Jagdunfall« (Kieler Nachrichten am 14.11.2012). Vier Kugeln schlugen in die Frontscheibe ein.

»Spaziergänger bei Treibjagd angeschossen« (ORF, 11.11.2012)

»Jäger schoss durch Wohnungswand« (Kleine Zeitung, 6.11.2012). Ein Mann wurde durch Schüsse aus dem Schlaf geschreckt - eine Kugel schlug nur 10 Zentimeter neben dem Bett ein.

»Auf Wildschweine gezielt: Jäger erschoss Pferd«, titelt die Kleine Zeitung am 31.10.2012.

»Jäger zielen auf Wildschweine und beschießen Radfahrer« (Ostsee-Zeitung, 18.10.2012)

Jäger traf Schlafzimmer: Beim Schuss auf ein Reh traf ein Jäger das Haus eines Ehepaares.  (www.oe24.at, 8.10.2012)

»Jäger hält Mann mit Abfallsack für Wildschwein und schießt« (BLICK Schweiz, 6./7.10.2012). Einer der Jäger wird mit folgenden Worten zitiert: »Er klang wie ein nach Luft schnappendes Wildschwein! Es ist zu 80 Prozent seine Schuld, er versteckte sich.«

Lesen Sie die Dokumentation „Menschen als Jägeropfer – Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen:

http://www.abschaffung-der-jagd.de/opfer/menschenalsjaegeropfer/index.html



Schluss mit der Hobbyjagd!

Das Durchschnittsalter der deutschen Hobby-Jäger liegt bei weit über 50 Jahren, in vielen Gegenden gar bei 57 oder 58 Jahren. Bei Soldaten und Polizisten gibt es Altersgrenzen für den Umgang mit Waffen. Nur die Jäger dürfen bis ins Greisenalter hinein Waffen tragen und damit rumballern! Müsste nicht aus Sicherheitsgründen ein Höchstalter für Waffenträger festgesetzt werden?
„Schusswaffen gehören nicht in die Hände von Freizeitjägern, die diese völlig unkontrolliert benutzen können“, so Kurt Eicher, Biologe und Sprecher der Initiative zur Abschaffung der Jagd. „Es wird Zeit, dass die Hobbyjagd in Deutschland verboten wird!“

Machen Sie mit bei der online-Aktion: Novellierung der Jagdgesetze JETZT!

http://www.abschaffung-der-jagd.de/action/novellierungderjagdgesetzejetzt.html