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Linum -Freiheit für Tiere


In der Ausgabe 3/2007 der Zeitschrift “Freiheit für Tiere” erschien ein Artikel über unser Projekt in Linum.

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Arktis-Expedition


Ein Bericht über die Arktisexpedition des Dr. H. Kruckenberg, die das VsK 2006 unterstützt hat - Verden Aller-Zeitung 20.09.2006

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Blessgans Expedition


Ausführlicher Artikel über die Blessgansforschung (VÖGEL - Magazin für Vogelbeobachtung 03/2006)

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Kormorane am Chiemsee


Meldung im Münchner Merkur vom 10. August 2005:

Wende bei Kormoran-Abschuss

Regierung will Genehmigung ein Jahr aussetzen

Chiemsee (th) - Die Regierung von Oberbayern plant, die erst im März erteilte Abschussgenehmigung für Kormorane am Chiemsee für ein Jahr auszusetzen. Zum Beginn der Jagdzeit am 16. August hätten 87 Exemplare des gefräßigen Fischräubers abgeschossen werden können. Grund für den überraschenden Sinneswandel ist offenbar die Meinung von Vogelschützern, dass die Brutkolonie im Achendelta aufgegeben worden sei. Holmer Lex, Vorsitzender der Fischereigenossenschaft Chiemsee, ist sauer: Eine Aussage über die Aufgabe des Brutplatzes könne frühestens im nächsten Frühjahr getroffen werden. Außerdem sei das Achendelta von der Bejagung ausgeschlossen.

Münchner Merkur Nr. 184 vom 11. August 2005:

Wo ist der Kormoran hin?
Brutplätze am Chiemsee vorzeitig verlassen - Experten rätseln

VON BORIS FORSTNER Chiemsee - Streit, juristische Klagen, erbitterte Vorwürfe - die Geschichte des Kormorans am Chiemsee ist lang. Jetzt ist sie noch um ein Kapitel reicher. Denn offenbar ist die Brutkolonie im Naturschutzgebiet der Tiroler Achen, dem Haupt-Rückzugsgebiet, völlig verlassen. Das könnte den Plan der Chiemsee-Fischer durchkreuzen, mit Beginn der Abschussgenehmigung am 16. August erlaubte 87 Exemplare des ihnen verhassten Fischräubers zu erlegen.

Holmer Lex konnte es kaum glauben, als er die Nachricht erhielt. Innerhalb von zwei Tagen sollte der 76-jährige Chef der Fischereigenossenschaft Chiemsee eine Stellungnahme abgeben, was er denn von einer möglichen Verschiebung der Kormoran-Jagd um ein Jahr halte. “Natürlich sind wir nicht einverstanden, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass unser Einwand etwas ändert”, sagt Lex. Doch Thomas Huber, Sprecher der für die Genehmigung zuständigen Regierung von Oberbayern, betont, dass die Entscheidung erst nach “intensiven Gesprächen mit den Fischern” falle. Außerdem seien weitere Begehungen der Brutplätze notwendig. “Wegen der Tourismusaktivität am Chiemsee kann ich mir aber kaum vorstellen, dass derzeit nennenswerte Abschüsse stattfinden können”, so Huber.

Für Jagd 2002 gab es Rüffel der EU

Mit ihrer Jagd auf den Kormoran scheinen die Fischer einfach kein Glück zu haben. Alle Versuche, den schlauen Fischräuber etwa mit künstlichem Lärm oder anderen Tricks zu verjagen, sind gescheitert. Eine Jagd in Naturschutzgebieten sowie an zahlreichen Seen in Oberbayern ist verboten. Und als der Freistaat im März 2002 überraschend genehmigte, den Kormoran im Naturschutzgebiet der Tiroler Achen zu schießen und immerhin 63 Exemplare erlegt wurden, gab es daraufhin einen deftigen Rüffel von der EU.

Erst drei Jahre später, im März 2005, hatten die Chiemsee-Fischer wieder Erfolg mit einer Ausnahmegenehmigung. Von 16. August bis 14. März dürfe eine bestimmte Anzahl Kormorane am Chiemsee mit zahlreichen Einschränkungen geschossen werden. Da der Bescheid erst am 12. März eintraf, konnten in den verbleibenden zwei Tagen nur fünf Tiere erlegt werden. Umso größer war die Hoffnung auf den 16. August, bis jetzt die niederschmetternde Nachricht kam.

Kurioserweise haben die Fischer diese schlechte Botschaft auch noch selbst bezahlt. Denn Bedingung für die Abschussgenehmigung war ein Gutachten eines Ornithologen. Und dieser Vogelkundler, Dr. Michael Lohmann, hat bei seinen regelmäßigen Besuchen in den Tiroler Achen festgestellt, dass der geschützte Brutplatz offenbar bereits im Juni aufgegeben worden ist. Diplom-Biologin Ingrid Geiersberger von der Vogelschutzwarte Garmisch-Partenkirchen, die bei der letzten Schau am 21. Juli dabei war, zeigte sich entsetzt: “Die Kolonie ist völlig verlassen.” Es habe den Anschein, dass das Gebiet auch als Nachtlager nicht mehr angeflogen werde. “Und es gibt auch deutlich weniger Jungvögel. Ganz offensichtlich kann das nicht auf natürlichem Weg passiert sein.” Laut Lohmann-Gutachten könne man über Gründe nur spekulieren, für menschliche Einwirkungen in dem Naturschutzgebiet mit absolutem Betretungsverbot gebe es aber keine Anhaltspunkte.

Holmer Lex und seine 17 Berufsfischer betonen dagegen, auch weiterhin große Kormoran-Schwärme mit Jungvögeln zu sehen. Geht es nach dem Landesbund für Vogelschutz, können sich die Fischer aber nicht nur dieses Jahr den Abschuss abschminken, sondern auch die restliche Zeit bis zum Genehmigungs-Ende 2009. “Wir haben gegen den Freistaat wegen des Bescheids geklagt”, sagt Andreas von Lindeiner. “Im September will das Verwaltungsgericht München entscheiden. Wir sind schon sehr gespannt.” mm

Jagdgesetz Luxemburg


Luxemburger Wort, 22.07.2004:

“Jagdgesetz verstößt gegen Menschenrechte”
Der Verwaltungshof gab Eigentümerin aus Vianden Recht, die eine Jagd auf ihren Grundstücken ablehnt

ni - Wird das Urteil der “Cour administrative” eine Flut von Klagen nach sich ziehen? Oder die neue Regierung dazu bewegen, das Jagdgesetz, das in seinem Ursprung auf das Jahr 1885 zurückgeht, auf den Prüfstein zu stellen? Unklar bleibt zunächst, welche Folgen ein Urteil hat, das “Déi Gréng” gestern Nachmittag zum Anlass nahmen, erneut eine grundlegende Reform des Jagdgesetzes und des Reviersystems zu fordern.

Mehr als vier Jahre sind es her, dass eine Einwohnerin aus Vianden ihr Ausscheiden aus dem Jagdsyndikat sowie das Ruhen der Jagd auf ihren Jagdlosen in der Sektion B von Vianden aus Natur- und Tierschutzgründen beantragt hatte. Damals hatte sie Bezug nehmend auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrechte vom 29. April 1999 argumentiert, ein Grundstückeigentümer dürfe nicht gezwungen werden, einer Vereinigung anzugehören, die über die Nutzung seines Grundeigentums bestimmt. Weiter dürfe niemand verpflichtet werden, Mitglied in einem Jagdsyndikat zu sein. Es folgte ein Briefwechsel und - da ihr Anliegen nicht positiv beantwortet wurde - schließlich der Gang zum Anwalt und vor das Verwaltungsgericht.

Nach mehr als vier Jahren hat der Verwaltungshof Margot Wirth-Derneden, die moralisch und finanziell von “Déi Gréng” unterstützt wurde, am vergangenen 13. Juli definitiv Recht gegeben. Camille Gira sprach von einem “wichtigen und symbolträchtigen Urteil”, das den Entscheid des Verwaltungsgerichts aus Erster Instanz zu Ungunsten des Jagdsyndikates Vianden und des Umweltministeriums bestätigt.

Der Hebel für die Reform

Aus dem jetzt vorliegenden Urteil geht hervor, dass das Jagdgesetz den Artikel 1 der Menschenrechtskonvention in Bezug auf das Eigentumsrecht verletzt. Weiter wird ein Verstoß gegen Artikel 11 der Konvention moniert, da laut Vereinsrecht niemand von vorneherein gezwungen werden könne, Mitglied eines Jagdsyndikats zu sein . Für “Déi Gréng” ist dieses Urteil, das wohl das bestehende Reviersystem in Frage stellt, der Hebel, um eine tief greifende Reform des Jagdgesetzes , das auf 1885 zurückgeht, anzustoßen. Camille Gira sieht eine dreifache Tragweite in dem vorliegenden Urteil: 1. Das bestehende System, wie die Jagd organisiert ist, könne nicht länger aufrecht erhalten werden - er räumte jedoch ein, dass “die Gréng” kein fertiges Alternativsystem in der Schublade haben -; 2. Das Gesetz müsse im Sinne des Tier- und Naturschutzes reformiert werden; 3. Implizit sage das Urteil auch, dass die Jagd nicht unter “intérêt général” falle, sondern eine Freizeitbeschäftigung sei. Diesen letzten Punkt leitet der Abgeordnete daraus ab, dass Eigentums- und Vereinsrecht in diesem Fall schwerer wiegen.

Die Fraktion von “Déi Gréng” hofft, dass eine grundlegende Reform dieses Gesetzes in den Koalitionsvertrag von CSV und LSAP eingeschrieben wird . Grundsätzlich sei man nicht gegen die Jagd als solche, doch seien die Jäger bis heute jeden Beweis schuldig geblieben, dass das ökologische Gleichgewicht ohne Jagd zerstört werde. Eine Jagd im 21. Jahrhundert müsse sich Ziele setzen, die im Bereich des Umwelt- und Naturschutzes angesiedelt seien, so der Abgeordnete mit Blick auf das neue Bundesjagdgesetz, das in Deutschland auf dem Instanzenweg ist. Dazu gehörten sicher nicht die Fütterung von Tieren, verschiedene Jagdpraktiken oder das Töten frei laufender Hunde oder Katzen.

In diesem Zusammenhang erinnerte Camille Gira an die 13 Forderungen, die seine Fraktion bereits Ende Februar 2002 formuliert hatte im Zuge der Treibjagden sowie der Schweinepestproblematik. Schon damals wurde betont, das Jagdgesetz verstoße gegen Menschenrechte. Bis heute, bedauert der Grünen-Vertreter, habe niemand offiziell Stellung genommen zu diesen Forderungen, selbst die Jagdföderation nicht.

Keine konkrete Antwort wusste der Parlamentarier auf die Frage, welche praktischen Auswirkungen das Urteil des Verwaltungshofs auf die Jagd hier zu Lande habe. Sicher könnten nun Besitzer vor Gericht ihr Recht einklagen, wie Margot Wirth aus Vianden , doch drückte er seine Hoffnung aus, dass die neue Regierung trotz einer starken Lobby der Jäger handeln werde.