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Wilde Gänse


gaense_sieber_thumbWildgänse erfreuen sich eines hohen Bekanntheitsgrades in der Bevölkerung, denn die großen Scharen der in Mitteleuropa überwinternden nordischen Gänse machen sich meist deutlich bemerkbar. Nicht immer nur zur Freude der Beobachter, sondern auch zum Ärgernis mancher Landwirte, auf deren Feldern die Vögel ihre Nahrung suchen.

Demgegenüber begeistern sich viel mehr Menschen an diesen großen Vögeln, deren soziale Lebensweise vor allem durch die berühmt gewordenen Verhaltensstudien von KONRAD LORENZ zum allgemeinen Wissen wurde. Vielleicht weil so viele Parallelen zu unserer eigenen Lebensweise aufscheinen, wurde “Gänsekind Martina” zu einem Wegbereiter für die Beliebtheit der wilden Gänse, die schließlich mit “Amy und die Wildgänse” oder “Nomaden der Lüfte” ein großes Publikum erreichten.


Dies alles, bis hin zu den Problemen und Konflikten, die sich mit Landwirten und Jägern ergeben, wird in diesem Buch aufgezeigt. Die Autoren sind Garanten für die wissenschaftliche Genauigkeit des Inhaltes. Wobei in knapper Form äusserst lehrreich - aber nicht schulmeisterlich! - in einem großen Bogen vom geschichtlichen Rückblick bis zur aktuellen Situation der Wildgansbestände und ihrer artspezifischen Merkmale alles mitgeteilt wird, was der normale Vogel- und Gänsefreund wissen möchte. Die flüssige Darstellung ist eingebettet in eine Vielzahl hervorragender Fotos, die, wie aus einem Füllhorn der besten Fotografen geschüttet, die Schönheit dieser Vögel jedem Betrachter nahe bringen (wie zum Beispiel das hier abgebildete).

“Wilde Gänse” ist ein Buch, das bisher von Fachornithologen wie allen anderen Vogelfreunden sehr vermisst wurde. Hans-Heiner Bergmann hat einmal mehr gezeigt, dass er ein wahrer Meister seines Faches ist. Zusammen mit seinen “Meisterschülern” hat er einer langjährigen Zusammenarbeit hervorragender Wissenschaftler einen neuen Höhepunkt gesetzt. Das Vogelschutz-Komitee ist ganz besonders erfreut über das Erscheinen dieses ausgezeichneten und herrvorragend redigierten Buches, welches Dank des Druckkostenzuschusses zu einem erschwinglichen Preis angeboten wird und jedermann wärmstens empfohlen sei.

Wilde Gänse - Reisende zwischen Wildnis und Weideland

Hans-Heiner Bergmann, Helmut Kruckenberg, Volkhard Wille;
unter Mitarbeit von Johannes Borbach-Jaene und Johan H.Mooij.
108 Seiten, 132 Farbabbildungen, gebunden,
G. Braun Buchverlag
ISBN 978-3-7650-8321-1
Ladenpreis 26,80 Euro

Aktuelles


Hier informieren wir Sie über aktuelle Ereignisse, Aktionen oder Aktualisierungen auf unseren Webseiten.


Glyphosat wird weitere fünf Jahre zugelassen Glyphosat ist umstritten, weil es möglicherweise Krebs erregt. Auf EU-Ebene ist der Dauerstreit um die Lizenz nun beigelegt – allerdings nicht in der Bundesregierung.

 



Gericht bestätigt BUND-Bedenken beim Horstmannsteg

Köln/Rhein-Sieg-Kreis, 21.11.2017: Das Verwaltungsgericht Köln hat in der heutigen Verhandlung zum Bau einer neuen Brücke zwischen Allner und Hennef den Befreiungsbescheid in vielfacher Hinsicht in Frage gestellt und erheblich kritisiert. Die Kreisverwaltung Siegburg nahm daraufhin ihren Bescheid noch in der Verhandlung zurück. Sie trägt die Kosten des Verfahrens.

Das Gericht hat die Einschätzung der Stadt Hennef, der Kreisverwaltung und der Bezirksregierung Köln nicht geteilt, wonach der geplante Bau einer Pylonbrücke als Ersatzbau für den maroden Horstmannsteg anzusehen sei, vielmehr hob es die hohe Bedeutung des FFH-Gebietsschutzes hervor. Es warf zudem die Fragen auf, warum eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht gemacht worden sei, ob ein Planfeststellungsverfahren nicht für alle Beteiligten zielführender gewesen sei und ob hier eine naturschutzrechtliche Befreiung überhaupt zulässig sei, ein atypischer Einzelfall sei jedenfalls nicht zu erkennen.

Der BUND NRW, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Frank Niederstadt aus Hannover und finanziell unterstützt vom Vogelschutz-Komitee e.V., hatte die Klage erhoben, da die geplante Brücke in der gewählten Bauweise die weitere Entwicklung der Siegaue auf einer Fläche von ca. 200 Hektar erheblich beeinträchtigt hätte und umfangreiche Vermeidungs- und Kompensationsmaßnahmen zum Schutz des FFH- und Naturschutzgebietes nicht ergriffen worden waren.

Der klagende Naturschutzverband hatte von Anfang an auf ein rechtmäßiges Genehmigungsverfahren einer neuen Brücke gedrungen und dem Heimatverein und der Stadt Hennef nach dem Scheitern der Vergleichsgespräche dringend empfohlen, zumindest parallel zum laufenden Rechtsverfahren eine neue Planung aufzubauen. Die Stadt war nicht bereit gewesen, auf die Pylonvariante mit einem 25 Meter hohen Tragmasten zu verzichten und den auf 4 Meter verbreiterten Neubau auf der Trasse des alten Horstmannsteges zu führen. Nun ist die Stadt aufgerufen, eine neue Planung zu entwickeln.

Ein breiter Schulterschluss der Verwaltungen, bis hin zu den Aufsichtsbehörden und der Bezirksregierung, die eine Aufsichtsbeschwerde des BUND im Vorfeld der Klage negativ beschieden hatte, hat zu der aktuellen Planung geführt. Die so entstandene Fehlplanung aufrecht zu erhalten und damit die rechtlichen Vorgaben zu umgehen, scheiterte nun an der Kritik des Verwaltungsgerichtes und führte zur Rücknahme des Befreiungsbescheides durch die Kreisverwaltung.

Der BUND betont, dass die Anwendung geltenden Rechtes eigentlich erste und zentralste Aufgabe der Verwaltungen und Aufsichtsbehörden ist und diese nun aufgerufen sind, ihre Arbeitsweise grundsätzlich zu überprüfen. Nachdem der BUND seit Jahren Klagen gegen fehlerhafte Bescheide gewinnt (Kormoran, Drachenfels, S13, Friedwald, Horstmannsteg), ist ein Umdenken in den betroffenen Verwaltungen im Umgang mit dem geltenden Recht angezeigt.

Der BUND hat bereits im Gerichtssaal seine Bereitschaft signalisiert, an einer zügigen und guten Gesamtlösung mitzuwirken, damit eine neue Brückenverbindung zwischen Allner und Hennef möglich wird.

V.i.S.d.P.:
BUND-Kreisgruppe Rhein-Sieg
Achim Baumgartner (Sprecher)
Steinkreuzstraße 10/14
53757 Sankt Augustin
02241 145 2000


EU-Zwangsgeld gegen Polen wegen Holzeinschlag

Beim
Europäischen Gerichtshof EuGH in Luxemburg hatte Mitte Juli 2017 die EU-Kommission eine einstweilige Verfügung beantragt, weil Polen einen  Holzeinschlag in dem geschützten Waldgebiet von Bialowieza begonnen hatte.  Dem Antrag der Europäischen Kommission hatte der EuGH Ende Juli stattgegeben und angeordnet, den Holzeinschlag in  dem allgemein als „Europas letzter Urwald“  bezeichneten Gebiet zu beenden. Dem ist die polnische Regierung trotz ihrer Zusage, Holzeinschlag nur aus Gründen der Eindämmung von Schädlingsbefall, wegen Verkehrssicherung usw. auszuführen, nicht nachgekommen.

Mit der Maßnahme wolle die EU Polen „demütigen“ hatte die Regierung dazu verlauten lassen.
Nun hat der EuGH Polen zu einem Zwangsgeld von 100.000 Euro pro Tag bei Fortsetzung des Holzeinschlags verurteilt.
Dazu auch http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-11/bilowieza-nationalpark-polen-europaeischer-gerichtshof-abholzung
 
Aber nicht genug damit, neues Unheil ist bereits im Gange:
Die Leiterin des Nationalparkamtes in Bialowieza wurde jetzt aus dem Amt entfernt weil sie Widerstand gegenüber den Plänen, die im Waldgebiet lebenden Wisente für die Jagd frei zu geben und Tiere abschießen zu lassen.

Mein Kommentar. Das Argument für die Tötung der Wisente wird wohl sein, dass dieses dem Schutz des Waldes vor den großen Herbivoren diene. Es werden sich zweifelsfrei zahlreiche deutsche, italienische und französische Weidmänner um Mitwirkung bemühen und sich zu solchen Abschüssen  gegen Bares in sicher 5stelligem Betrag zu dieser „Naturschutzmaßnahme“ bereitfinden.

Dr. Eberhard Schneider / 21.11.17
 
Link zu unserem Wildnisbeitrag


 


An alle die guten Willens sind!

Mit der Bitte um zahlreiche Wortmeldungen im Anhörungsportal!

Des Bürgers Stimme ist gefragt.


Unter

www.anhoerungsportal.de

findet in Umsetzung der EU-Vorgabe eine Anhörung der Öffentlichkeit

zu den geplanten

„Managementmaßnahmen gegen invasive gebietsfremde Arten von unionsweiter Bedeutung gemäß Art. 19 der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 22. Oktober 2014 über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten“

Die Öffentlichkeitsbeteiligung ist für jedermann zugänglich unter dem oben genannten Anhörungsportal. Für jedermann ist eine Stellungnahme möglich.

 

Ende der Anhörungsfrist ist am 20. November 2017.

Das gesamte Portal istleider so angelegt, dass für den Einzelnen kaum eine Stellungnahme zu jeder als „invasiv“ diskriminierten Pflanzen- oder Tierart möglich ist.

Das Vorhaben der EU ist meiner Meinung nach überaus schlimm; es schürt bestimmte Vorbehalte, stärkt Fehleinschätzungen und wird dem rücksichtlosen Vorgehen gegen diskriminierte Arten Vorschub leisten. Die zu erwartenden Kosten werden dann zweifelsfrei zu Lasten von Naturschutzvorhaben gehen, die darunter erheblich zu leiden haben werden, während sich “Schädlingsbekämpfer“ tummeln.

Im Anhang füge ich von mir erstellte Texte bei, die ich jedermann gern zu seiner Verwendung als Stellungnahme in der Anhörung  zur Verfügung stelle.

Leider ist kein Raum für eine alle Arten betreffende generelle Betrachtung eingeräumt, dies muss somit jeweils bei der angesprochenen Art vorangestellt werden

Es findet sich deshalb einmal eine generelle Darstellung zu den Pflanzen – Neophyta, die jeder in den für die Anhörung vorgesehenen Platz im jeweiligen Maßnahmenblatt einer von ihm gewählten Pflanzenart einkopieren könnte.

Bei den Tieren – Neozoen – habe ich ebenfalls einen allgemeinen Teil vorbereitet, der bei jeder Tierart der eigenen Wahl eingefügt  werden kann.

Für die Stellungnahme zur Nutria und zum Waschbär habe ich weitere spezielle  Ausführungen vorbereitet, die als spezieller Text jeweils an den allgemeinen Teil  anzufügen und zusammen mit dem allgemeinen Abschnitt, in das Nutria bzw. Waschbär einzufügen ist.

Wie man sieht: ist das eine etwas komplizierte Angelegenheit. Aber es sollten möglichst viele verständige Mitmenschen sich einbringen – jeder aus seinem Bundesland heraus.

Ich meine, dass eine umfangreiche Beteiligung möglichst Vieler vonnöten ist. Nutzen Sie die Chance! Denn wenn erst alles festgeklopft sein wird, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Danke!

Dr. Eberhard Schneider

 

 


 

zwergohreule(Zwergohreule an einer Leimrute)


Zypern: Strafverschärfung bringt die Rettung für die Zugvögel

Göttingen, 25.Sept. 2017: Eine unlängst in Kraft getretene Änderung des zypriotischen Jagdgesetzes hat bereits wesentliche Folgen in der Eindämmung der Wilderei und illegalen Fangens von Zugvögeln gezeitigt. Die jüngsten Bestrafungen wegen Verstößen gegen jagdrechtliche Vorschriften und wegen Fangens von Vögeln umfassen
fallweise fünfstellige Beträge, sogar bis zu 15.000 Euro oder mehr. Dies hat abrupt die Wilderei an den Zugvögeln fast zum Erliegen gebracht. Die abschreckende Wirkung des Strafmaßes ist eindeutig: Die Nachstellungen der Wilderer mit den nicht selektiven und tierquälerischen Leimruten und sogenannten Japannetzen finden ihr Ende.
In der Vergangenheit sind ihnen viele Millionen von Zugvögeln den zum Opfer gefallen, die bei der Überquerung des Mittelmeeres auf der Insel, einem „Trittstein“ des Vogelzugs, zur Nahrungssuche rasten und dort neue Energiereserven aufbauen. Gegen dieses Vogelmassaker ist das Vogelschutz-Komitee seit 15 Jahren mit zahlreichen Aktionen zur Rettung in den Todesfallen gefangener Vögel und zur Beseitigung der Folterfallen vorgegangen. So manchem Vogel wurde das Leben gerettet und er wieder in die Freiheit gegeben.

So waren auch Mitte September wieder geländekundige versierte Tierschützer vom Vogelschutz-Komitee auf Zypern, um die Fangplätze im südöstlichen Teil der Insel zu inspizieren. Es wurde wieder das gesamt Gebiet zwischen Cape Greko und Cape Pyla abgesucht, auch entlang der Grenze zum türkisch besetzten Nordteil der Insel. Allein, es ergaben sich diesmal  keine Funde, außer einem Platz mit Leimruten!  Netze wurden nicht aufgespürt, so wie keinerlei Spuren der Vorbereitungen des Vogelfangs zu finden waren. Auch nicht die Geräte für den unerlaubten, bisher aber üblichen, Einsatz von Lautsprecheranlagen zum Abspielen von Vogelstimmen-Lockrufen an den Fangplätzen.   


Es mag wohl ein besonderer Schock für die Vogelwilderer sein, dass nun plötzlich die sehr empfindlichen Geldstrafen das Wildereigeschäft ganz erheblich teuer und unattraktiv werden lassen. So dass die Wilderer es nicht mehr wagen. Die vormaligen Gefahren für die zu Millionen über die Insel ziehenden Vögel sind weitgehend beseitigt. Vorerst jedenfalls; wenngleich auch damit zu rechnen ist, dass sehr wohl einzelne Missetäter ungeachtet des hohen Risikos wieder zur Tat schreiten werden. Allerdings haben sie schlechte Karten, denn die Patroullien von Game Fund und Polizei sind unterwegs!

Anders verhält es sich vorerst noch in der britischen Verwaltungszone, der Sovereign Base Area (SBA). Dieses Gebiet unterliegt den britischen Gesetzesregelungen und ist nicht von der zypriotischen Gesetzesverschärfung betroffen. Doch auch die britische Polizei kontrolliert verstärkt das Gebiet und geht massiv gegen die dortigen berufsmäßigen Wilderer vor. Zwar registriert man einen Rückgang der Wilderei infolge der Strafverschärfung im umgebenden zyprischen Gebiet.
Aber noch immer  lauern in der SBA die tödlichen Gefahren auf die dort einfliegenden Vögel. Nahezu täglich kassieren die Polizeistreifen Fangnetze oder Leimruten. Nach Meldung unseres Fundes an einer besonders „heißen“ Stelle, wo ein uns seit Jahren als gefährlich bekannter Vogelmörder Leimruten frisch ausgelegt hatte, räumte eine britische Polizeipatroullie eine Vielzahl von klebrigen Leimruten ab und schnappte zugleich den Täter. Dieser wird jedenfalls auch einer Bestrafung zugeführt werden.

Wenngleich die längst überfällige Strafverschärfung einen riesigen Fortschritt im Bemühen um den Schutz der Vögel bedeutet, wäre ein Jubel sicher verfrüht. Fraglos werden in diesem Jahr nicht 2,5 Millionen Vögel gewildert werden, wie das an anderer, unzureichend informierter Stelle behauptet wird, aber es gibt noch viel zu tun, denn so schnell ist die Wilderei nicht ausgerottet.
Der momentanen Ruhe kann man nicht trauen. Die Fangplätze, insbesondere jene in der SBA, werden auf längere Zeit der Kontrolle unterliegen müssen, bis dann endlich niemand mehr den Vögeln nachstellt.

Dr. Eberhard Schneider 

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Der Star Sturnus vulgaris ist der „Stern“ am Vogelhimmel 2018

 944px-2016.08.27.-02-Mannheim Vogelstang--Star
(Von Andreas Eichler, CC-BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=56720272)

 
  
Eine kritische Betrachtung

Das seit 1971 vollzogene alljährliche Ritual  ist inzwischen nahezu jedermann geläufig: man kürt den „Vogel des Jahres“ ( so wie mittlerweile nahezu alles als “Muster des Jahres“ ausgerufen wird). Nun haben also der Naturschutzbund Deutschland und der bayerische Landesbund für Vogelschutz den Star zum „Vogel des Jahres 2018“ bestimmt. Bedauerlicher Weise belegt  man aber den Star  mit der, in der emotionalen Empfindung vieler Menschen, eher abwertenden Bezeichnung “Allerweltsvogel“, anstatt ihn neutral als bisher weit verbreite und häufige Vogelart  vorzustellen.

Es ist gut so, dass man diese Vogelart gekürt hat, zu deren Beobachtung wohl die meisten Mitmenschen noch die Gelegenheit finden! Denn noch leben allein in Deutschland  etwa 8 Millionen Stare; bei natürlicher jährlicher Bestandsänderung zwischen ca. 6 und 9 Millionen Individuen, ganz in Abhängigkeit von Wettergeschehen, Nahrungsangebot, Krankheiten oder unfallbedingten Todesfällen und aus diesen Faktoren resultierendem Bruterfolg.

„Noch“ muss man feststellen, denn die Schätzungen der Ornithologen besagen, dass während der letzten zwanzig Jahre der gesamtdeutsche Starenbestand um etwa 1 Millionen Paare abgenommen hat. Europaweit beläuft sich  der Bestandsrückgang während der vergangenen Jahrzehnte sogar auf erschreckende  75%.

Es geht also auch hierzulande zunehmend  abwärts mit dem „Allerweltsvogel“. Waren die Vögel mit dem glänzenden, bunt schillernden Federkleid  einst als „Schädlinge“ besonders bei Obst- und Weinbauern eher verhasst und der gnadenlosen Verfolgung ausgesetzt - und sie bis heute Opfer von Abwehrmaßnahmen wie vogelgefährdenden Netzüberspannungen in den z. B. Kirschen-Plantagen -, so rangiert der Star mittlerweile als „gefährdet“ auf der  Roten Liste der vom Aussterben bedrohten Arten.  Dies mag zwar Verwunderung auslösen angesichts der nahezu alltäglichen Erfahrungen, sowohl auf dem Lande als auch in den Dörfern und Städten, wo in Grünanlagen, Gärten, Bäumen und Gebüschen die Stare zumeist in Trupps oder auch in größeren Schwärmen bei der Nahrungssuche durchaus noch häufig zu beobachten sind. Lokal stellen sich auch mehrere tausend Vögel umfassende Schwärme zur Übernachtung in großen Bäumen ein, deren Geräuschkulisse und andere Lebensäußerungen nicht unbedingt die Vorstellung von einer Bestandsgefährdung aufkommen lassen mögen. Und ein Gartenbesitzer, dessen Kirschbaum kurz vor der Ernte der Früchte von einem Starenschwarm besucht wird, empfindet die Art wohl eher als sehr präsent denn als aussterbend.

Aber das warnende Beispiel dafür, wie schnell eine Vogelart zum Aussterben gelangen kann, bietet die nordamerikanische Wandertaube, die einst  riesige Brutkolonien und viele Millionen Tiere  umfassende Schwärme  hervorbrachte. Rücksichtslose Verfolgung mit Abholzung der Bäume der Brutkolonien und das hemmungslose Abschießen haben bewirkt, dass die einst auf mehrere Milliarden Vögel geschätzte Art 1902 in freier Wildbahn erloschen war (s. unseren Beitrag unter: /Vogelmord). 

Wohl ist der Star ein Nahrungsgeneralist, der beinahe überall seine vielseitige, sowohl pflanzliche als auch  tierliche Nahrung,  meist am Boden sucht, oder auch an Früchte tragenden Gehölzen, und der sein Nest einigermaßen geschützt in Baumhöhlen, Fels- und Mauerspalten, gern auch in Nistkästen (früher: „Starenkästen“) anlegt. Von daher hat er das biologische Potenzial zum „Massenvorkommen“ Dennoch schlagen die heutigen tiefgreifenden Lebensraumveränderungen auch auf den Starenbestand immer mehr durch. Besonders die agrarindustrielle Nutzung der Lebensräume, aber auch die Verbauung der Landschaft, Verkehrswege  mit zunehmendem Verkehrsaufkommen, das Fehlen geeigneter Höhlenbäume in den viel zu intensiv genutzten Wäldern und vieles anderes mehr an allbekannten vogelungünstigen Erscheinungen, schränken die Lebensbedingungen auch der „Allerweltsvögel“ wie den Star zunehmend ein.

Insofern sollte man das Prädikat „Vogel des Jahres“ weniger im Sinne einer Auszeichnung der Vogelart verstehen sondern als eine dringende Mahnung zum rücksichtsvolleren, durch Verzicht auf übertriebene Nutzungsansprüche getragenen, Umgang mit den Lebensräumen. Der frisch gekürte Stern  des Jahres 2018, der heute noch häufige Star, muss als Warnung vor dem rapiden Artenschwund, insbesondere der Vögel, Insekten, Fledermäuse in den als „Offenland“ bezeichneten Lebensräumen der einst artenreichen Kulturlandschaft  wirken. 

Gerade dieser „Vogel des Jahres“  ist dazu angetan, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf die, sich unter dem hemmungslosen Konsum unserer Gesellschaft rapide verschlechternden, Lebensbedingungen für die Vögel und alle anderen frei lebenden Arten zu lenken. Der Star sollte mehr Bewusstsein für die Erhaltung der Vögel und die Bewahrung der Artenvielfalt in der Biodiversität erzeugen.  

Dr. Eberhard Schneider, 18.10.17







 Unser Kooperationspartner im Rhinluch:

www.stiftung-kranichland.org


Verstoß gegen Tierschutz: Strafbefehl gegen Altenauer Buchfinkenfreund

Clausthal-Zellerfeld, 09. August 2017:
Mit einer großen Überraschung platzte die von uns mit Spannung erwartete Hauptverhandlung beim Amtsgericht in Clausthal-Zellerfeld gegen eines der führenden Mitglieder der Harzer Buchfinkengilde aus Altenau/Harz.

Der, uns seit vielen Jahren unliebsam bekannte, Buchfinkenhalter sollte sich wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz verantworten. Der Tatvorwurf lautet, dass der Vogelhalter ohne nötige Erlaubnis einen frei lebenden Buchfink gefangen habe und in einem zu kleinen Käfig  mit nicht ausreichenden Rückzugsmöglichkeiten gehalten habe. Den dadurch dem Vogel beigebrachten Stress habe der Finkner billigend in Kauf genommen. Der Tatvorwurf bezieht auch ein, dass ein weiterer Vogel verschiedene Verletzungen, wie etwa ein gebrochenes Bein, aufgewiesen habe. Der Buchfinkenhalter wäre verpflichtet gewesen, die Vögel entsprechend ihren artspezifischen Bedürfnissen, verhaltensgerecht unterzubringen und zu pflegen.

Auf Grund der Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte diese bereits gegen Ende März diesen Jahres einen Strafbefehl über 1.925 Euro beim zuständigen Amtsgericht beantragt*). Dagegen hatte der Vogelhalter Widerspruch eingelegt, weshalb eine Hauptverhandlung fällig geworden war. Nun ist der, bei den alljährlichen „Finkenmanövern“ stets quasi auf den Sieg abonnierte, Vogelhalter einer vermutlich zu erwartenden Verurteilung zuvor gekommen. Er hat dieser wohl die „billigere Lösung“ der Geldstrafe vorgezogen?

Dies ist fraglos ein wichtiger „Meilenstein“ in unseren langjährigen Auseinandersetzungen mit den „Finknern“ des Harzes – in West und Ost - und unseren Bemühungen zur Abschaffung dieser, einer zivilisierten, kultivierten Gesellschaft unwürdigen, tierquälerischen Veranstaltung des „Buchfinkengesangswettstreits“. Ob die nun festgestellte Straffälligkeit eines der führenden Finkner im Harz die jahrelang wegschauenden örtlichen Behörden bewegen wird, unseren zahlreich vorgelegten Beweisen wegen Verstößen gegen tier- und naturschutzrechtliche Bestimmungen nachzugehen und dem Spuk im „schönen Harzer Wald“ endlich das verdiente Ende zu bereiten, bleibt abzuwarten. Immerhin hat diesmal eine Anzeige des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz zu den jetzt in einer Geldstrafe mündenden Ermittlungen geführt.

Aber noch ist das Unwesen der Harzer Buchfinkenhaltung und der schändlichen „Finkenmanöver“ nicht beendet. Immerhin ist der Altenauer auch verwickelt in die Machenschaften eines vor ca. zwei Jahren dingfest gemachten und inzwischen bestraften Vogelfängers aus Bottrop, von dem der Harzer Finkner mehrere unerlaubt in freier Wildbahn, resp. dem dortigen örtlichen Friedhof, eingefangene Buchfinken erworben hat. – Welche dann mit typischem Harzer Gesangsdialekt die „Finkenmanöver“ bereichert haben?

Unsere langjährige Forderung nach  Abschaffung des „Unkulturgutes“ Finkenmanöver erhalten wir aufrecht. Wir bleiben am Ball! Immerhin haben wir den besagten “Buchfinkenfreund“ schon längst wissen lassen:
Wir knipsen das Licht aus.“

Dr. Eberhard Schneider

*): Quelle: Goslarsche Zeitung vom 29.03.2017
Verstoß gegen Tierschutz: Strafbefehl gegen Altenauer Buchfinkenfreund
Altenau/Goslar. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hat nach längerer Prüfung beim Amtsgericht Clausthal-Zellerfeld den Erlass eines Strafbefehls gegen einen Buchfinkenhalter aus Altenau beantragt.




 

Diesen Monat Vogelstimme vom Bluthänfling online

Wir möchten ausdrücklich auf den Gesang des gern auch schlicht „Hänfling“ genannten Bluthänflings verweisen. Wie nahezu alle heimischen Singvögel der offenen Feld- und Wiesenlandschaften ist auch der Carduelis cannabina von einem starken Bestandsrückgang betroffen.

Er stellt unter den „häufigen Brutvögeln“ eine der am stärksten vom Rückgang betroffenen Arten dar. Nach den Angaben im Atlas Deutscher Brutvogelarten ist der anhaltende, vermutlich vormals weit unterschätzte(!)  Bestandsrückgang schon seit einigen Jahrzehnten registriert: bereits Mitte der 1980er Jahre waren in Deutschland viele lokale Bestände schon erloschen. Die Bestandsabnahme hat sich seit dem überall in Deutschland fortgesetzt.

Am stärksten sind die Bestandsverluste im Süden und Südwesten, etwa in Bayern mit Abnahme auf ca. 50% zwischen 1975 und 1999 und einem Rückgang im Bodenseegebiet um etwa 77% zwischen 1980 und 2000. Um mindestens 50% ging der Bestand in Hessen zwischen 1980 und 2005 zurück; ebenso sind massive Bestandseinbrüche aus dem Nordwesten bekannt,  in Niedersachsen nahm der Häftlingsbestand zwischen den 1960er Jahren und 2005 um etwa 2/3 ab. In Brandenburg betrug der Rückgang allein zwischen 1995 und 2005 über 54%.

Wenn gleich nicht alle Gebiete im großen Verbreitungsareal in gleicher Weise vom Rückgang dieser Singvogelart  betroffen sind, setzt sich diese negative Entwicklung insbesondere in den durch intensive Agrarwirtschaft bestimmten Gebieten fort.

Man muss keine Schwarzmalerei betreiben, um die Sorge um das sich anbahnende Aussterben des Bluthänflings auszudrücken!

Mit seinen Maßnahmen zur langfristigen Erhaltung der Offenlandlebensräume bemüht sich das Vogelschutzkomitee zur dauerhaften Sicherung von Brut- und Nahrungshabitaten auch für den Hänfling. Insbesondere die uns im Nationalen Naturerbe übertragenen, bisher agrarisch genutzten, Flächen in Sachsen-Anhalt werden wir durch Extensivierung des Ackerbaus oder Unterlassen jeder landwirtschaftlichen Nutzung umgestalten zu Biotopinseln, die auch dem Bluthänfling wieder als bewohnbarer Lebensraum zur Verfügung stehen.

Ihre Hilfe wird dafür dringend benötigt. Darum tragen Sie mit Ihrer Spende dazu bei, den Hänfling zu retten!

Dr. Eberhard Schneider, 15.07.2017


 








Dieser uns jetzt zugegangene Bericht stammt aus dem Jahr 2002. Heute ist er leider aktueller als je zuvor.

Deshalb wollen wir ihn nicht vorenthalten.








  

 

 


  

EU-Bürokratie und ihre Folgen


10. Februar 2010

Heckrinder-Projekt steht vor Bürokratie-Problemen
Wulfener Bruch: Veränderte Vorschriften bringen Beweidung
in schwieriges Fahrwasser
VON MATTHIAS BARTL, 27.01.10,


heckrinder-wenk-10-02-2010

Andreas Wenk im Wulfener Bruch zwischen Heckrindern und Przewalski-Pferden.
(FOTO: HEIKO REBSCH)

WULFEN/MZ. Die Geschichte der Heckrinder im Wulfener Bruch ist erst rund zehn Jahre alt und eine Erfolgsgeschichte. Bisher wenigstens. Jetzt kommt Andreas Wenk, Geschäftsführer der Primigenius gGmbH, deren einziger Gesellschafter der Naturschutzbund Nabu ist, immer mehr mit gesetzlichen Vorschriften in Konflikt, die das ökologische Vorhaben unter ein ökonomisches Damoklesschwert stellen.

Mehrere Problemfelder

Und es gibt dabei nicht nur ein Problemfeld. “Es geht um die veterinärtechnische Überwachung, das Schlachten, um die Kennzeichnung der Tiere, die Beseitigung der Kadaver und auch um die Förderung”, zählt Andreas Wenk die Bereiche auf, in denen er erheblichen Nachbesserungs- und Änderungsbedarf sieht, wenn die extensive, ökologische Beweidung im Wulfener Bruch mit Heckrindern fortgesetzt werden soll.

In einem - bislang noch unbeantworteten - Brief an Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsminister Hermann Onko Aeikens hat Wenk die Probleme benannt und Wege dargestellt, die aus seiner Sicht zu einer Lösung führen könnten. Und Lösungen sind dringend notwendig, wenn das Beweidungsprojekt in der jetzigen Form überleben soll. Das geht schon bei der veterinärtechnischen Überwachung los. Da zeigt die faktische Gleichbehandlung von Rinderherden in Stallungen, bei denen die Tierseuchenbekämpfung quasi in der Massenabfertigung erfolgen kann, und halbwilden Rinderherden schnell deutliche Aufwands- und Kostenunterschiede. Während Mutterkuh-haltende Betriebe Fanganlagen betreiben, ist das Einfangen der Tiere in großflächigen Weidegebieten eine Sache von erheblichem Risiko für Mensch und Tier und von enormem Aufwand. Wie hoch der Aufwand sein kann, zeigte sich im vergangenen Winter, als die Heckrinder gegen die Blauzungen-Krankheit geimpft werden mussten. Für die angeordnete Fangaktion musste die Primigenius etwa 16 000 Euro allein für den Bestand der ungefähr 65 Rinder im Landkreis Anhalt-Bitterfeld aufbringen. “Ganz abgesehen davon, dass es bei solchen Aktionen immer ein hohes Risiko gibt, dass sich Tiere verletzen”, so Wenk. Auch Verkalbungen können als Folge nicht ausgeschlossen werden, “da uns der Grad der Trächtigkeit natürlich nicht bekannt ist”.

Holland als Vorbild?

Aber auch jenseits solcher einmaliger Kraftakte bleiben genug Aufgaben zu erfüllen, die die Arbeit des Kleinst-Unternehmens bürokratisch belasten. So müssen bei allen Rindern aus Gründen der Tierseuchenbekämpfung regelmäßige Blutproben durchgeführt werden - auch hier macht sich der Fang der Tiere notwendig und sorgt für die bereits erwähnten Aufwendungen. In Holland, stellt Wenk fest, gebe es die Möglichkeit, aus den Herden Stichproben zu nehmen - das brächte schon eine sichtbare Entspannung mit sich.

Unüberwindbare Vorschriften

Ein weiteres Problemfeld ist das Schlachten der Tiere. Bis dato hat die Primigenius die dafür vorgesehenen Tiere direkt auf der Weide getötet. Das in die Wege zu leiten, war schon einer Jagd vergleichbar und wie eine Jagd auch nicht bis ins letzte Detail zu planen. “Von uns wird nun aber neuerdings gefordert, das geschossene Rind innerhalb von einer Minute mit einem Traktor anzuheben und das Ausbluten zu beginnen.” Da könne man nur von einer behördlich umgesetzten Schikane sprechen, findet der Primigenius-Geschäftsführer, weil die Tiere schon merken, dass etwas faul ist, um die mit der Aktion betrauten Personen, einschließlich der Tierbeschauer vom Veterinäramt, so dicht heranzulassen, dass diese Vorgabe zeitlich umsetzbar wäre. “Wir stehen aus diesem Grund vor dem Problem, das Fleisch der Tiere beziehungsweise die Rinder als Ganzes nur noch entsorgen zu können, weil unüberwindbare Vorschriften es verhindern, dieses beste in Deutschland erzeugte Fleisch von Weidetieren einer Nutzung zuzuführen”, so Wenk in seinem Schreiben.

Der andere Weg, der in Deutschland in der Regel beschritten wird, ist das Schlachten landwirtschaftlicher Nutztiere in speziellen Einrichtungen. Dazu aber müssen die lebenden Tiere verladen und transportiert werden, “was unter Gesichtspunkten des Tierschutzes und der Nahrungsmittelqualität vor allem bei den halbwilden Weidetieren unvert retbar erscheint”.

Ponys als Nachfolge-Tiere

2009 hat die Primigenius eine relativ große Anzahl von Schlachtungen beantragt, eben weil immer strengere Vorschriften es nötig machen, den Bestand zu reduzieren - wie viele von den ungefähr 40 Wulfener Heckrindern übrig bleiben werden, ist noch unklar. Klar dagegen ist, dass Wenk schon begonnen hat, das Beweidungsvorhaben auf andere vier Beine zu stellen. Seit einiger Zeit gibt es auf einer Fläche im Bruch Exmoor-Ponys, die anstelle der Rinder die “Weideaufgaben” übernommen haben. Freilich: Die Beweidung mit Pferden, so Wenk, ist ökologisch weniger günstig.

Erster Test des VsK: „Drohne“ als Helfer im Vogelschutz

 

Technische Hilfen erweisen sich auch im modernen Vogelschutz als nützlich und sinnvoll – so z. B. die auf Satellitenpeilung gestützte Radiotelemetrie an Blässgänsen (s. dort: www.blessgans.de). Im Zusammenhang mit der aufwändigen Erfassung von Wasservogelbeständen, „Kranichzählung“ usw. wäre eine technische Unterstützung wünschenswert. Eine Beobachtung aus der Luft würde mancherlei Einblick bieten, wie er vom Erdboden aus nicht realisierbar ist oder nur mit großem, zeitaufwändigen
personellen Einsatz möglich wäre.

Ein geeignetes Flugobjekt für derartige „Luftaufklärung“ stellt eine „Drohne“ dar, wie sie ja im militärischen Aufklärungsbereich Anwendung findet. Solche Fluggeräte werden auch von technisch versierten Privatleuten hergestellt. Ein von W. Hupperich hergestellter Kontakt ermöglichte es uns, ein solches kleines Fluggerät am 13.12.2009 einem ersten Test zu unterziehen. Dieser, eine Kamera tragende, Mini-Helikopter wurde unter behutsamem Vorgehen dahingehend geprüft, ob Vögel auf das Erscheinen des Fluggeräts auffällig reagieren.

Zum Testzeitpunkt auf den Teichen in Linum befindliche Höckerschwäne, Stockenten, Tafelenten, Krickenten, Kormorane, Gänsesäger, Graureiher wurden beobachtet, während der „Heli“ seine vorsichtigen Flugmanöver durchführte. Das leise Schnurren der 4 elektrogetriebenen Propeller störte augenscheinlich die Vögel so wenig wie das spätere Auftauchen des Helikopters in einer bis ca. 50 m reichenden Flughöhe.

Sehen Sie die ersten Life-Aufnahmen dazu unter: http://www.youtube.com/watch?v=JLbewBH9vSA.

Wir werden diese technische Möglichkeit zum „luftüberwachten Vogelschutz“ weiter verfolgen. Die Einsatzmöglichkeit der „Drohne“ kann auch in der Aufklärung jagdlicher Missetaten und der Vogelwilderei liegen. Wir werden deshalb mit dem Minihelikopter die „Gänsewacht“ in Ostfriesland (s.z.B.:www.gaensewacht.de) unterstützen und dann insbesondere auf Zypern unsere Suche nach Leimruten, Fangnetzen und Wilderern durch diesen hervorragenden Helfer aus der Luft stärken.

Stand: 15.12.2009 – Dr. Eberhard Schneider

Neue Kranichzahlen aus Linum


am 5. November 2009

Linum 03. November 2009

Die heutige Sichtzählung der von den Schlafplätzen um Linum / Oberes Rhinluch morgens ausfliegenden Kraniche hat eine Gesamtzahl von ca. 25.000 Vögeln ergeben.

Es sind also in den letzten Tagen gut 50.000 gen Süden abgezogen. – Für diesen Bereich ungewöhnlich früh, aber wohl durch die frühwinterliche Witterung bestimmt. – Das ist gut so, dass die Vögel sich nicht an Futterplätze klammern und sich nicht durch Zufütterung, wie es ja an manchen Stellen geschieht, verleiten lassen, den rechten Abzugstermin zu verpassen!

Dr. Eberhard Schneider