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Ab in den Norden Der Klimawandel verändert die Routen von Zugvögeln.
Das birgt neue Risiken für die Tiere, die ohnehin schon mit Vogelfängern und dem Verlust von Rastplätzen zu kämpfen haben. Alles zusammen führt dazu, dass die Zahl der Zugvögel Jahr für Jahr zurückgeht.

 



Erste europäische Vogelart seit Riesenalk ausgestorben
Im Jahr 1852 starb der Riesenalk aus. Seitdem musste Europa keinen Totalverlust an Vogelarten mehr erleiden. Doch nun hat es das kleine Laufhühnchen erwischt.

 



Erfolg vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg: Alle Flächen des Ulmenhofs bleiben jagdfrei!

Bereits seit 2015 sind etwa 5 Hektar Fläche des Ulmenhofs - einem Tierheim mit Gnadenhof - im Landkreis Aurich (Ostfriesland) offiziell jagdfrei. 2017 hat der Landkreis Aurich hat zwei weitere Grundstücke, die der Ulmenhof erworben hat, jagdrechtlich befriedet. Doch der betroffene Jagdpächter verklagte den Landkreis auf Rücknahme der Befriedung der beiden Grundstücke. Das Verwaltungsgericht Oldenburg hat in seinem Urteil vom 22.10.2018 die Klage des Jägers abgewiesen: Der Ulmenhof bleibt auf allen Flächen jagdfrei!

Auf dem Ulmenhof, einem ehemaligen Bauernhof in Uttum, in der Krummhörn (zwischen Emden und Greetsiel) hat das Ehepaar Huber in Eigeninitiative und Eigenarbeit ein kleines Tierheim mit Gnadenhof aufgebaut. Gnadenbrot-Tiere wie Pferde, Ziegen, Mini-Schweine, Gänse und Fundtiere, wie zahlreiche Katzen, dürfen hier ihren Lebensabend verbringen.

Als der Jagdpächter vor einigen Jahren einen Hochsitz in Sichtweite aufgestellt und das Grundstück mit Jagdfreunden betreten hatte, fürchtete das Ehepaar Huber um seine Tiere.

Seit 2015 sind 5 Hektar Grundstück jagdfrei

Darum stellten die Grundstückseigentümer im Sommer 2013 für ihre etwa 5 Hektar Fläche einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung aus ethischen Gründen. Sie beriefen sich auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012, in dem festgestellt wurde: Es ist nicht mit dem in der Menschenrechtskonvention garantierten Schutz des Eigentums zu vereinbaren, wenn Grundstückseigentümer, welche die Jagd aus ethischen Gründen ablehnen, die Jagd auf ihrem Grund und Boden gegen ihren Willen dulden müssen.

Am 28.7.2014 gab die Untere Jagdbehörde des Landkreises Aurich dem Befriedungsantrag statt: Mit Beginn des neuen Jagdjahres am 1.4.2015 wurden die Grundstücksflächen des Ulmenhofs offiziell jagdfrei.

Jagdpächter will in unmittelbarer Nähe des Gnadenhofs weiter die Jagd ausüben

Nun beharrte der Jagdpächter darauf, einen Heckenstreifen von etwa drei (!) Metern Breite in unmittelbarer Nähe des Hofs – nur eineinhalb Meter neben dem Parkplatz für die Tierheim-Besucher - zu bejagen. Er schaltete sogar die Jagdbehörde ein, um den Bewohnern des Hofes mitzuteilen, dass die Jagd dort keinesfalls be- oder verhindert werden darf. Die Behinderung des Jagdausübungsrechts wird als Ordnungswidrigkeit geahndet.

Das Ehepaar Huber, die Betreiber der Ulmenhofs, waren dadurch extrem beunruhigt: Jagdausübung direkt neben dem Parkplatz? Wo nicht nur Erwachsene, sondern auch Kinder unterwegs sind, die Fundtiere bringen oder abholen?

2017: Der Landkreis Aurich befriedet zwei neue Grundstücke

Nach intensiven Gesprächen mit den Behörden kristallisierte sich als einzige Möglichkeit der Kauf der betroffenen Flurstücke heraus, die im Eigentum der Gemeinde standen. Die Hubers traten also in Kaufverhandlungen mit der Gemeinde und konnten - zu ihrer größten Freude – die zwei Grundstücke in unmittelbarer Nähe des Anwesens erwerben. Das eine Grundstück ist die etwa drei Meter breite Hecke entlang des Ulmenhofs, das andere Grundstück ist ein daran angrenzendes Vogelschutz-Gehölz, in dem nicht nur Vögel Schutz finden, sondern das auch zahlreichen weiteren wildlebenden Tieren wie Rehen einen Rückzugsort bietet.

Nach dem Erwerb der beiden Grundstücke stellte das Ehepaar Huber den Antrag auf jagdrechtliche Befriedung. Der Landkreis Aurich hat die beiden Grundstücke, die der Ulmenhof von der Gemeinde erworben hat, mit dem Beginn des neuen Jagdjahres 2017/18 jagdrechtlich befriedet.

Der Jagdpächter verklagt den Landkreis

Doch der betroffene Jagdpächter verklagte den Landkreis: Der Landkreis Aurich sollte den Befriedungsbescheid für die beiden Grundstücke aufheben oder zumindest den Bescheid so abändern, dass die jagdrechtliche Befriedung erst zum Ende des Jagdpachtvertrags am 31. März 2022 in Kraft tritt. In seiner Klage zweifelte der Jäger einerseits die ethischen Gründe der Hubers an. Andererseits sei der Verkauf der Grundflächen durch die Gemeinde nur zu dem Zweck erfolgt, dem neuen Grundstückseigentümer einen Befriedungsantrag zu ermöglichen. Dies sei sehr fragwürdig. Insbesondere hob der Jäger hervor, dass durch die Befriedung eine vernünftige Revierpflege nicht mehr möglich sei, da das Raubzeug, dass sich gerade auf den betroffenen Flächen aufhalte, nicht mehr bejagt werden könne.

Urteil des Verwaltungsgerichts: Die ethischen Gründe des Grundstückseigentümers wiegen schwerer als die Interessen des Jagdpächters

Am 17.10.2018 fand die mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht Oldenburg statt. Thomas Huber war als Betroffener beigeladen und führte seine ethischen Gründe gegen die Jagd auf seinen Grundstücken, auf dem er mit seiner Ehefrau ein Tierheim mit Gnadenhof aufgebaut hat, erneut mündlich aus.

Am 22.102018 fällte das Verwaltungsgericht sein Urteil: Die Klage des Jägers wurde abgewiesen. Der Ulmenhof bleibt auf allen Flächen jagdfrei! (Urteil des Verwaltungsgerichts Oldenburg vom 22.10.2018, Az. 11 A 100/17)

Das neunseitige Gerichtsurteil ist wirklich lesenswert, da es explizit auf die ethischen Gründe eingeht: Der Grundstückseigentümer habe glaubhaft gemacht, dass er die Jagdausübung aus ethischen Gründen ablehne. Wörtlich heißt es in dem Urteil: „Der Beigeladene betreibt auf den für befriedet erklärten Flächen ein Tierheim bzw. einen Tiergnadenhof. Nach seinen glaubhaften Angaben im Verwaltungsverfahren ist er seit mehr als 30 Jahren aktiv im Tierschutz tätig und hat gemeinsam mit seiner Ehefrau unter hohem Einsatz das Tierheim und den Gnadenhof errichtet. Mit seinem Einsatz für die Tiere kämpfe er tagtäglich um deren Leben. Demgemäß könne er es nicht mit seinem Gewissen vereinbaren, wenn zugleich auf seinem Grundstück Tiere erschossen würden. Diese Angaben hat der Beigeladene auch in der mündlichen Verhandlung glaubhaft bestätigt.“ Der Befriedung der Grundfläche stünden keine Versagungsgründe im Sinne des § 6a Abs. 1 Satz 2 BJagdG entgegen.

Auch der Antrag des Jägers, die Befriedung erst zum Ende des Pachtvertrages 2022 auszusprechen, wurde abgewiesen. Dem Grundstückseigentümer sei es , so das Verwaltungsgericht, unter Abwägung mit den schutzwürdigen Belangen der Jagdgenossenschaft nicht zuzumuten, die Befriedung bis zum Ablauf des laufenden Jagdpachtvertrags abzuwarten. Einerseits handle es sich um relativ kleine Flächen, die unmittelbar an bereits bestandskräftig befriedete Flächen angrenzten, die Jagdausübung werde nicht nennenswert beeinträchtigt. „Auf der anderen Seite war gewichtig zu berücksichtigen, dass der Beigeladene in unmittelbarer Nähe zu den fraglichen Flächen ein Tierheim/Tiergnadenhof betreibt, wodurch sich ein erhebliches Interesse an der Nichtausübung der Jagd in diesem Bereich ergibt“, heißt es in dem Urteil wortwörtlich weiter.

„Wir müssen möglichst viele Grundstückseigentümer über die Befriedungsmöglichkeit aufklären“

Die Eigentümer des Ulmenhofs freuen sich natürlich über das Urteil und die Tatsache, dass alle Flächen des Gnadenhofs nun endgültig jagdfrei sind. Doch für Thomas Huber ist der Kampf gegen die Zwangsbejagung noch nicht vorbei: „Die jahrelangen Querelen brachten mich dazu, nun verstärkt gegen die Zwangsbejagung (Bejagung des eigenen Grundstücks gegen seinen Willen) von Grundstücken und die damit verbundenen Unzumutbarkeiten einzutreten“, erklärt der Tierschützer. „Ich habe begonnen, bundesweite Verbindungen, die ich während meines Kampfes gegen die Zwangsbejagung knüpfen konnte, zu kontaktieren. Ziel soll eine Gesetzesänderung des Bundesjagdgesetzes sein. Die Notwendigkeit ethischer Gründe, die vor einer Jagdbehörde standzuhalten haben, um Grundstücke zu befrieden, muss wegfallen. Ich frage mich schon lange, was die Jagdbehörde, in der oft Jäger sitzen, dazu qualifiziert, über ethische Gründe eines Antragstellers zu befinden. Jemandem, der Angst um seine Kinder hat, oder Personen, die das Töten nicht mit ansehen können, sollte eine Befriedung ebenfalls möglich sein. Auch Menschen, die sich mit der Formulierung ihrer Gründe schwer tun, dürfen nicht von der Befriedungsmöglichkeit ausgeschlossen werden.“

Doch bis das Bundesjagdgesetz entsprechend geändert wird und auch Tierschutzvereine, Naturschutzverbände oder Stiftungen – so genannte juristische Personen – die Möglichkeit haben, ihre Grundflächen jagdrechtlich befrieden zu lassen, dürfte noch ein langer Weg sein. Das weiß auch Thomas Huber. Darum hat sich der Tierschützer auch ganz nahe liegende Ziele gesteckt: „Anfangen sollten wir damit, möglichst viele Grundstückseigentümer über die Befriedungsmöglichkeit aufzuklären und sie darin unterstützen, einen Befriedungsantrag zu stellen.“ Für Fragen will Thomas Huber jederzeit zur Verfügung stehen, auch zur Einsicht in das Urteil dürfen sich Interessierte gern melden. 

Informationen über den Ulmenhof:

www.ulmenhofev.de

Bericht von der Gerichtsverhandlung:

http://ulmenhofev.de/gerichtsverhandlung-vor-dem-vg-oldenburg

 

Viele freundliche und tierfreundliche Grüße

Ihr Team von

Zwangsbejagung ade

www.zwangsbejagung-ade.de

 



Eine gute Nachricht für die Vogelwelt: Die schlimmste Vogelbörse im westlichen Europa ist geschlossen.
Der Verwaltungsrat von De Volièrevriend Zwolle teilt mit:


Vogelboerse
Betreff: Stoppen des Zwolse Vogelmarkts.

Wir möchten Sie darauf hinweisen, dass der Vogelliebhaberverband De Volièrevriend Zwolle entschieden hat, dass es nicht mehr möglich ist, den Zwolse Vogelmarkt in den IJsselhallen in Zwolle zu organisieren.



Gemeinsame Pressemitteilung Ein Meilenstein für den Naturschutz - Naturerberat gegründet



Tierschützer erheben schwere Vorwürfe Die Grenzpolizei rettet 66 Vögel aus einem illegalen Tiertransport. Seitdem sind die Tiere in Nürnberg untergebracht. Für die Freilassung ist es schon zu spät.

 



Vogeltod an Stromfreileitungen

Alljährlich häufen sich zur Zeit des Vogelzugs die tödlichen Unfälle großer Vögel an den stromführenden Freileitungen (sogen. Mittelspannungsleitungen) bei denen konstruktionsbedingt die Vögel Gefahr laufen, einen tödlichen Stromschlag zu erfahren. Auf der Traverse eines Mastes stehend, können große Vögel wie Störche mit einem Fuß an den stromführenden Draht gelangen. Weniger langbeinige Adler, Uhus, Geier und andere geraten eher mit ihren Flügeln in den gefahrvollen Kontakt zwischen Stromkabel und dem den Strom dann  zur Erde leitenden Material des Masts. So fanden die polnischen Kollegen zu Beginn des September die Überreste zahlreicher Weißstörche, die beim Zug in ihre Überwinterungsgebiete an Freileitungen in Bulgarien zu Tode kamen.
 // Ein schlechtes Jahr für Brandenburgs Weißstörche

Gleichermaßen war ein im Sommer in Nordhessen mit einem Sender ausgestatteter Junger Schwarzstorch an einer Freileitung in Serbien tödlich verunglückt – Mit Unterstützung durch VsK inspizieren die hessischen Kollegen dieser Tage die Gefahrenstellen auf der von den besenderten Störchen bekannten Flugroute. So dass dort dann die nötigen Schutzmaßnahmen eingeleitet werden können. Insgesamt besteht aber noch ein ganz erheblicher Bedarf einschlägiger Vogelzugforschung, um die hochgradig desolate Situation auf der „Balkanroute“ von sowohl Schwarz- als auch Weißstorch zu dokumentieren und schnellstmöglich die – ja technisch leicht machbaren! - Schutzvorrichtungen zu realisieren und solche EU-weit zu etablieren! So wie nach unserer massiven Intervention im  spanischen Katalonien, wo die zuvor berüchtigten Gefahrenstellen für Weißstörche inzwischen gut abgesichert wurden. An einem nicht erfassten Leitungsmast kam dort aber unweit von La Senia,nahe der südlichen Provinzgrenze, am 14. September ein Gänsegeier um.

Gaensegeier
Foto: Hannes /VsK

Die Behörde wurde verständigt und Vorsorge gegen weitere solcher Todesfälle wird getroffen.

Schlimmes ist jedoch einem jüngsten (25.10.18) spanischen Pressebericht zu entnehmen:
 https://elpais.com/sociedad/2018/10/25/actualidad/1540468369_836983.html

Die Inspektoren der Naturschutzverwaltung in  Bazalote  (Albacete), Kastilien – La Mancha, haben bei Kontrollen unter Stromleitungen mehr als 30 tote Greifvögel aufgefunden. Darunter Kaiseradler, Steinadler, Uhu, Milan und andere in Spanien streng geschützte Arten.  Dies wird gerichtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Wenngleich die zuständige Elektrizitätsgesellschaft in diesem Jahr,2 Millionen Euro in die Sicherung der Leitungen investiert, wird sie einer Bestrafung kaum entgehen. Der Oberste Gerichtshof von Castilla-La Mancha hatte im Mai in einem Urteil eine Strafe in Höhe von 100.001 Euro gegen Iberdrola Distribución Eléctrica verhängt wegen des "sehr schweren Verstoßes", den Stromschlag an einem iberischen Kaiseradler auf einem Leitungsmast. Es war das erste rechtskräftige Urteil in Spanien gegen eine Elektrizitätsgesellschaft für den Stromschlag an Vögeln.
Nach einem Regierungsbericht kommen bisher in Spanien mindestens 33.000 Greifvögel pro Jahr durch den Stromschlag an Leitungen zu Tode. Die Untersuchung kommt zum Ergebnis davor, dass dies
die Hauptursache  für die Sterblichkeit bei mehreren gefährdeten Arten dem Kaiseradler, dem Habichtsadler und der Kanarischen Houbara-Trappe darstellt.

Dr. Eberhard Schneider

 

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In Umsetzung der naturschutzrechtlichen Vorschrift ist der Vogelschutz durch die Sicherung der Leitungsmaste - hier mit sogen. Abdeckhauben - weit fortgeschritten. Foto Schneider/VsK.

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Leitungsmast mit Sicherungseinrichtung  (Landungsverhinderung) im Projekt von PTOP Schutz des Weißstorchs in den Flussniederungen des östlichen Polens LIFE15 NAT/PL/000728 Photos: Kamil Piwowarczyk /PTOP

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http://www.ptop.org.pl/ochrona/ptaki/white-stork-in-the-river-valleys-of-eastern-poland/news/1344-security-of-power-engineering-devices.html
Technik im Dienst des Weißstorchschutzes: Registrierung der Peilsender tragenden Störche.


http://www.ptop.org.pl/ochrona/ptaki/white-stork-in-the-river-valleys-of-eastern-poland/news/1343-badania-radarowe-przelotu-ptakow-nad-liniami-energetycznym-2.html
LIFE15 NAT/PL/000728 Dolina Omulwi i Dolnej Narwi
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Pressestatement
 

Berlin, 05.10.2018 – Die heutige Entscheidung des OVG Münster über ein mittelfristiges Rodungsverbot im Hambacher Wald kommentiert Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbandes DNR und Mitglied der Kohlekommission:

„Der gezielte Angriff von RWE auf die Arbeit der Kohlekommission ist heute gerichtlich gestoppt worden. Das ist ein guter Tag für den Klimaschutz, aber auch für das rechtsstaatliche Empfinden der Bevölkerung. Denn RWE hat sich gemeinsam mit der Landesregierung von NRW immer weiter isoliert. Die repressiven Rodungsvorbereitungen im Hambacher Wald haben Millionen von Menschen in Deutschland empört, aber auch international für großes Unverständnis gesorgt. Es ist ein Armutszeugnis für die Politik, aber auch für das gesellschaftliche Verständnis von RWE, dass erst ein Gericht den Spuk beenden musste. Jetzt bleibt Zeit, den demokratischen Diskurs in der Kohlekommission zu nutzen, um eine weitere Zerstörung von Natur und Dörfern zu verhindern.

Ich hoffe sehr, dass die gerichtlich erzwungene Denkpause auch in der Vorstandsetage von RWE zu einem Umdenken führen wird. RWE muss sich jetzt entscheiden, ob sie weiterhin energiepolitisch in der Sackgasse stecken bleiben oder in ein erneuerbares Deutschland voRWEggehen wollen.“


Fachliche Nachfragen:

Tobias Pforte-von Randow | Koordinator Politik und Gesellschaft
Mobil +49 (0)151 46560980

tobias.pfortevonrandowDiese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Presse:

Nina Slattery | Referentin für Presse und Kommunikation

Fon +49 (0)30 - 678 1775 78

Mobil +49 (0)160 – 5102258

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Bayern Polizei stoppt illegalen Vogeltransport in Bayern Bienenfresser, Kormorane, Limikolen: Fahnder der Grenzpolizei haben bei einer Kontrolle in Oberfranken einen illegalen Tiertransport entdeckt. An Bord des Wagens: 66 teils streng geschützte Exoten.


 

Ein schlechtes Jahr für Brandenburgs Weißstörche

Der trocken – heiße Sommer verschärft das Dilemma des Weißstorchbestands

Dieser Sommer hat ja den Nordosten Deutschlands nicht mit Niederschlägen verwöhnt. So erfuhren auch große Gebiete Brandenburgs ein schon im zeitigen Frühjahr einsetzendes Regen-Defizit. Das hat nicht nur Folgen für das Pflanzenwachstum und die darauf gründenden Nahrungsnetze, es hat besonders auch die Vogelwelt betroffen. Offenbar haben zahlreiche Brutvögel verschiedener Arten ihre Bruten aufgegeben oder konnten wegen Mangel an geeignetem Futter die Jungen nicht hinreichend ernähren. So berichten es Vogelbeobachter. Ein von mir selbst beobachtetes Ringeltaubenpaar zeigte zwar wiederholt Nestbau, erreichte aber bei mindestens drei Brutversuchen keinen Bruterfolg; ein halbflügges Junges wurde wohl aus dem Nest geworfen und kam zu Tode. Verschiedenen Beobachtungen zufolge gaben Kraniche ihre Bruten auf den austrocknenden Neststandorten auf. Andere verloren ihre Küken; der Mangel an Insektennahrung könnte dafür ursächlich sein. Auch die an sich ja in niederschlagsarmen Gebieten, wie etwa in Spanien, sehr erfolgreich brütenden Weißstörche wurden in weiten Teilen Nordostdeutschlands deutlich beeinträchtigt.

Besonders auch der Brutbestand im brandenburgischen Rhinluch. In Linum, neben dem „Storchendorf“ Rühstädt/Elbe ebenfalls bisher als solches apostrophiert wegen des bisherigen überdurchschnittlich großen lokalen Weißstorchbestandes, hat dieser zweifelsfrei unter den Auswirkungen der Trockenheit gelitten. Es kamen hier nur etwa 1,8 Jungvögel pro Brutpaar zum Ausfliegen und traten den Herbstzug an. Zwei bisher traditionell stets von Brutpaaren besetzte Horste im Ort waren überhaupt nicht besetzt. Die Fachleute haben keine Zweifel, dass abermals und dieses Jahr ganz besonders, der Nahrungsmangel ursächlich für die geringen Aufzuchterfolge ist. Ein Zeitungsbeitrag   (Tagesspiegel v. 04.09.18) spricht vom „klapperdürren“ Jahr für die Weißstörche und zeigt einen Zusammenhang zwischen Trockenheit und Mangel an Nahrung für die Weißstörche dar. In 2017 hatten die hohen Niederschläge Ende Juni, Verluste unter den Küken bewirkt, diesmal der Niederschlagsmangel.

Es ist nicht das, absolut storchengünstige, trocken-warmen Wetter an sich abträglich sondern die Auswirkungen auf das natürliche Nahrungsangebot der Störche und vieler Vögel. Ungeachtet der Frage nach den tatsächlichen vielfältigen Ursachen*) des unstrittigen Mangels an Insekten - auch im Rhinluch - bleibt festzustellen, dass über die gesamte Vogel-Brutsaison über ein deutlich geringes Aufkommen an Insekten insgesamt bestand.

*): Die allgemein begierig aufgegriffene und plausible These von den, für das objektiv festgestellte und weithin feststellbare Fehlen der Insekten verantwortlichen, Einwirkungen von Agrochemikalien auf die Entomofauna der Agrozönosen hat ihre Schwachstellen. Dazu sei hier nur der Hinweis erlaubt, dass die Folgen der generellen klimatischen Entwicklung in ihren Auswirkungen auf die Insektenfauna wenig angesprochen werden. Welche Störungen bewirkt da z. B. das Ausbleiben geringer Temperaturen während der an Winterkälte adaptierten Entwicklungsruhe der Überwinterungsstadien oder der Larvenentwicklung insgesamt?

Gleichermaßen fehlte es an Regenwürmern, einer für die Ernährung der noch kleinen Storchenküken überaus wichtigen Beute. Diese haben sich infolge der Austrockung des Erdreichs wohl mehr als 50 cm tief in den Boden zurückgezogen und kamen kaum mehr zur Bodenoberfläche. Auch die als Nährtiere wichtigen, an sich ja von Trockenheit begünstigten, Feldmäuse waren spärlich vorhanden. Die Aufzeichnungen unserer Webcam auf dem Horst bei der Landpension Adebar (Linum) ließen erkennen, dass kaum Mäuse oder andere größere Beutetiere als Futter eingetragen wurden. Hingegen beobachtete ich am 03.Juni, dass ein Altstorch statt tierlichen Futters eine Menge Grünzeug mühsam auswürgte und eines der hungrigen Küken Teile davon direkt aufnahm. – Am Morgen des 04. Juni lag es tot im Nest, wurde dann am Nachmittag herausgeworfen. Die Obduktion des von uns geborgenen Tierkörpers erbrachte, dass der Kropf leer war; im fast leeren Verdauungstrakt fanden sich geringe Reste von Käfern, die hartschaligen Flügeldecken (Elytren), faseriges Pflanzenmaterial und Sand. Das Tier war in schlechtem Ernährungszustand und mangelhaft ernährt. – Pflanzenteile und Sand sind wahrlich keine Storchennahrung und wurden wohl von den Altvögeln in der Not der Nahrungsversorgung mit verfüttert.

Auf dem Horst waren nach dem Kamerabild 5 Eier abgelegt und bebrütet worden, aus denen vier Küken schlüpften. Eines davon verstarb schon im Mai und wurde aus dem Nest geworfen – es wurde sogleich vom Rotmilan entsorgt. Das dann am 03.06. verstorbene Küken war zuvor schon als das „Nesthäkchen“ zu erkennen gewesen. Die dann verbliebenen beiden Jungvögel entwickelten sich unter der Versorgung der Elternvögel zufriedenstellend, wenngleich die Altstörche einen hohen Zeitaufwand für die Futterbeschaffung hatten; sie erschienen relativ selten zur Futterübergabe. Wobei die Nähe zum nahrungsreichen Linumer Teichgebiet ihnen wohl zu Gute kam, auch mit dem Herbeitragen von Wasser.

Die Geländebeobachtungen ergaben, dass die großen, intensiv genutzten Grünland- und Ackerflächen der näheren Umgebung in diesem Jahr so gut wie gar nicht von den Nahrung suchenden Störchen aufgesucht wurden. Wenn bei dortigen Mäharbeiten auf den Intensivwiesen sich Störche zum sonst üblichen Futtererwerb einfanden, insbesondere wegen Aufnahme von Resten der Mähmaschinenopfer, verblieben sie, nach Beobachtungen von Maschinenführern, wegen fehlender Nahrungsobjekte nur kurzzeitig dort und suchten dann andere Flächen auf.

Anders hingegen stellte sich das Bild dar auf den in extensiver Bewirtschaftung stehenden Flächen, wie u. a. auf dem im Eigentum bzw. in Pacht des Vogelschutz-Komitees stehendem Grünland. Diese durch moderate Mahd extensiv gepflegten und nicht gedüngten Wiesen boten den weißen Störchen der Region ein passables Nahrungsangebot. Dort fanden sich jeweils zahlreiche Störche ein. Unser landwirtschaftlicher Kooperationspartner berichtet dazu: „es freut mich, während meiner Bewirtschaftung mehr als 30 Störche auf einmal gezählt zu haben, die während der Mahd fleißig Mäuse gefangen haben und vieles mehr.“ - Seine Fotoaufnahmen sprechen für sich.



Es kann keinen Zweifel geben, dass die Intensivbewirtschaftung durch die im Gebiet tätigen Großbetriebe die wesentlichen Ursachen für das Dilemma des Weißstorchbestandes des Rhinluchs bilden. Der aktuelle Dürresommer hat da zwar die Situation erheblich verschärft. Aber es steht schon längst sehr schlecht um Brandenburgs Weißstörche. Vor etwa zehn Jahren lag das Brutergebnis landesweit noch bei mehr als zwei Jungstörchen pro Horst und der Brutbestand stieg in 2014 – nach Rückkehr der dann Dreijährigen - sogar auf schließlich 1424 Brutpaare im gesamtem Land.

Aber von nun an ging´s bergab! Bereits 2014 waren im landesweiten Durchschnitt nur noch 1,8 flügge gewordene und ausfliegende Jungvögel zu verzeichnen. Derzeit sind es wohl nur noch 1,5 überlebende Jungstörche/Brutpaar.

Angesichts der natürlichen Verluste und vor allem solcher durch Unfall oder Abschuss und gezielte Nachstellungen (u.a. auch Vergiftung) während Zuges und in den Überwinterungsgebieten, reicht dieser jährliche Zuwachs keinesfalls mehr aus, um den Gesamtbestand zu erhalten. Das zeigt auch die jüngste Brutbestandsermittlung, die in 2017 für Brandenburg den Rückgang um 150 Paare auf 1274 Brutpaare ausweist. – Somit tragen Brandenburgs Störche nur noch zu ca. 18,4% des bundesweiten Brutpaarbestands von insgesamt 6914 Weißstörchen bei. Ein Bruterfolg von deutlich über 2 Jungen, etwa 2,5 ausfliegenden Jungvögeln pro Horst wie in Baden-Württemberg, wäre erforderlich, um den aktuellen brandenburgischen Bestand wenigstens zu erhalten.

Noch schlechter sieht es für die Störche in Mecklenburg-Vorpommern aus, wo der Bestand von 1142 Brutpaaren im Jahr 2004 auf nur noch 699 Brutpaare in 2017 gesunken ist (von diesen erbrachten im selben Jahr aber 279 Paare überhaupt keine Jungen!).

Es besteht einhellig die Auffassung, dass die wesentliche Ursache für die rückläufige Bestandsentwicklung auch des Weißstorchs vorrangig in der Lebensraumverschlechterung durch agrarindustrielle Landnutzung liegt. Das belegt etwa der Vergleich der Landnutzung etwa zwischen Brandenburg mit einem derzeitigen Grünlandanteil von 25% und Anbau von Raps und Mais auf 26% der Landwirtschaftsfläche und Baden-Württemberg mit Raps- und Maisanbau auf lediglich 15% der Fläche bei über 38% Grünlandanteil. Es ist freilich eine volkstümliche Mär, dass den Froschlurchen der Feuchtgebiete eine besondere Bedeutung als Nahrungsgrundlage der Störche zukommt. Der nahrungsopportunistische Weißstorch ernährt sich von der jeweils vorhandenen Beute aus Kleintieren wie Regenwürmern, Insekten, Mäusen, Ratten, Fischen oder Krebstieren, Eidechsen, Schlangen oder von Aas. So wie er die Opfer der Mähmaschinen usw. gezielt sucht, so nimmt er auch Eier oder Nestlinge anderer Vögel, vor allem bodenbrütender Arten. Entscheidend ist das vielfältige, reichliche Nahrungsangebot, wie es sich allerdings besonders auf den wenig intensiv genutzten Feuchtwiesen findet. Bei entsprechendem Vorkommen von Insekten, Kleinsäugern u.a. können aber Weißstörche sehr wohl ihr Auskommen auch auf trockenen Flächen finden. Was aber auf den großflächigen Monokulturen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern längst nicht mehr gegeben ist: dort reicht die fortschreitend sinkende Nahrungskapazität nicht mehr zur Versorgung des Storchenbestands aus. Das immer häufigere Leerbleiben der Horste - Brutplatzangebote bestehen hinreichend! – und die sinkenden Aufzucht- und Bruterfolge sind die Folgen der Nahrungsknappheit. So wie in unserem Fall in Linum, in dem aus 5 abgelegten Eiern schließlich nur 2 ausfliegende Jungvögel hervorgingen.

Diese geringen Bruterfolge reichen nicht aus, um die großen Verluste auszugleichen, die vor allem auf dem Zug und in den Überwinterungsgebieten eintreten. Das gilt in hohem Maße für die „Ostzieher“-Störche aus dem östlichen Deutschland, die über den Balkan, die Türkei und den Nahen Osten bis in den südafrikanischen Raum ziehen. Der Langstreckenflug fordert ohnehin seinen Tribut an solchen Vögeln, denen es an hinreichender Kondition fehlt. So wie das für die schlecht ernährten brandenburgischen Störche zu befürchten ist. Jedoch ist die Route der Ostzieher nicht nur lang, sondern auch voller Gefahren. Abschuss und Unfälle bedingen eine große Zahl an Opfern. Wie das sehr dramatisch erkennbar wird aus den aktuellen Verlustfällen, die unsere polnischen Kollegen von PTOP dokumentiert haben: Die den von ihnen in Ostpolen mit Sendern bestückten diesjährigen Jungstörchen gefolgt sind und von 54 Senderträgern bereits 23 tot aufgefunden haben. Davon waren nur 4 durch natürliche Ursachen zu Tode gekommen. Die übrigen sind tödlichen Unfällen zum Opfer gefallen: Dem Tod an Stromleitungen. Denn noch immer fehlen auch in vielen EU-Ländern die Schutzvorrichtungen an den Masten der Mittelspannungsleitungen, auf denen die auf den Traversen landenden Großvögel einen tödlichen Stromschlag erfahren wenn sie mit einem Fuß auf das daran befestigte stromführende Kabel treten. Über entsprechende Sicherungsmaßnahen haben wir berichtet: In Katalonien haben wir den Stromversorger zur Anbringung der verfügbaren Schutzvorrichtungen veranlasst und damit bereits die Todesfälle bei Weißstörchen und anderen Großvögeln ausgeschaltet.

Die besonders gefahrenträchtigen Plätze sind solche ungesicherten Strommaste in der Nähe von Mülldeponien, auf denen die Störche nach Futter in Form von Abfällen oder Ratten usw. suchen. Zur Ruhe oder zur Übernachtung fliegen die Störche auf die Maste, wo sie dann ihre elektrische Exekution erwartet. Die polnischen Kollegen fanden schließlich in Bulgarien einen solchen Bereich einer Müllkippe, wo unter allein 10 inspizierten Strommasten 130 Storchenkadaver gefunden wurden. S. dazu:  http://ecology1.wixsite.com/farmlandecology/single-post/2018/09/13/Stork-massacre-near-Burgas-Bulgaria

Leider ist das nicht das einzige Gebiet, in dem Stromleitungen zuhauf solche Todesfälle verursachen. Schon im vorigen Jahr hatte ein im ostpolnischen Biebrza-Nationalpark besenderter Jungstorch es gerade bis in die westliche Türkei geschafft, wo seine sterblichen Überreste dann unter einer Stromleitung gefunden wurden. Auch aus Rumänien berichtet ein im dortigen Storchenschutz tätiger hiesiger Kollege vom selben Problem. Wenn schon im Bereich der EU, in der ja in Umsetzung der einschlägigen Richtlinien alle kritischen Strommaste längst mit Schutzvorrichtungen versehen sein müssten, diese unnatürlichen Todesfälle sich häufen, was ist dann zu erwarten aus allen anderen von den Störchen besuchten Gebieten? – Jedenfalls nicht Gutes für ihre Zukunft.

Was aber nicht Kapitulation vor den Grausamkeiten bedeuten kann. Es gilt vielmehr, alle Anstrengungen zu unternehmen, zumindest solche ja abwendbaren Todesfallen zu beseitigen. Für das Gebiet der EU wird es geboten sein, die jeweiligen Mitgliedsstaaten in die Pflicht zu nehmen, dass sie durch entsprechende Schutzmaßnahmen wie hierzulande längst erprobt, ihren Artenschutz-Verpflichtungen nachkommen. In den auf der Zugroute der Weißstörche liegenden Regionen die nötigen Schritte zu unternehmen, wird insbesondere auch eine Aufgabe der UNEP /CMS, des für den Schutz der wandernden Arten zuständigen Sekretariats in Bonn, des „Umweltgewissens der Vereinten Nationen", sein. Unter Einbeziehung der deutschen Bundesregierung in ihrer Verantwortung für das 1979 in Bonn geschlossene „Übereinkommen zur Erhaltung der wandernden wildlebenden Tierarten“, („Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals“) gilt es die nötigen Schutzmaßnahmen zum Weißstorchschutz zu veranlassen. Damit wird dieser einzigen Konvention, die ausschließlich für den Schutz wandernder Tierarten gegründet wurde, und die am 1. November 1983 in Kraft trat, die dem Weißstorch helfende, Geltung zu verschaffen sein. Entsprechend der seit 2012 hierzulande verbindlichen Vorgabe des Bundesnaturschutzgesetzes: § 41 Vogelschutz an Energiefreileitungen „Zum Schutz von Vogelarten sind neu zu errichtende Maste und technische Bauteile von Mittelspannungsleitungen konstruktiv so auszuführen, dass Vögel gegen Stromschlag geschützt sind. An bestehenden Masten und technischen Bauteilen von Mittelspannungsleitungen mit hoher Gefährdung von Vögeln sind .... die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung gegen Stromschlag durchzuführen. ...“ muss auch anderswo der Weißstorch die nötige Wahrung der körperlichen Unversehrtheit erfahren.

Was uns aber nicht entlasten kann, unsere Lebensräume so zu revitalisieren, dass sie dem Storchenbestand langfristig die Existenz sichern. Selbst wenn in der jüngeren Vergangenheit für diese Vogelart ein deutlicher Bestandsanstieg zu verzeichnen war und der Weltbestand derzeit auf etwa 230.000 Paare geschätzt wir und der Weißstorch bisher als „nicht gefährdet“ eingestuft wird, ist dessen Welt keineswegs in Ordnung. Die Einschätzung kann trügerisch sein, denn die Summe aller nachteiligen Einwirkungen kann sehr rasch die Bestandssituation kippen lassen. Über 200.000 Paare klingt nach sehr viel. Aber bei unzureichendem Zuwachs tritt der Rückgang sehr schnell ein. Das Erlöschen regionaler Vorkommen leitet solches ein. Jedenfalls ist für den Weißstorch im östlichen Deutschland wenig Gutes zu erwarten. Zumal dieser fraglos mit dem polnischen Bestand kommuniziert, diese Tiere einer gemeinsamen Population zugehörig sind, geben die auch in Polen und im Baltikum massiv fortschreitenden Lebensraumveränderungen und intensivere Landschaftsnutzung, vor allem unter dem Diktat der EU-Agrarindustrie, nicht den Anlass zu besonderem Optimismus. Im Zuge des real gewordenen Klimawandels werden sich wohl auch solche Bedingungen wie jene dieses Trockensommers öfters wiederholen.

Dr. Eberhard Schneider, September 2018.  


Youtube Videos zu den Störchen von S. Petri


Störche bei der Futtersuche, während Mäharbeiten im Naturschutzgebiet des Kremmener Rhinluchs

 https://youtu.be/131AcOzLjsA

Schwalben bei der Insektenjagt
 https://youtu.be/C-pUF_8jK2s

 

Anmerkung:

Um einen ersten Anstoß zur Beseitigung der tödlichen Gefahren für die Störche und andere Großvögel an den Freileitungen in Bulgarien zu geben und die längst fällige Anbringung von isolierenden Abdeckungen an den Masten zu bewirken, haben wir   in einem ersten aussichtsreichen Schritt Kontakt zur Bulgarischen Botschaft in Berlin aufgenommen. Wir haben den Botschafter gebeten, sich der Sache anzunehmen und bei seiner Regierung auf die Problematik der  tödlichen Gefahren  hinzuweisen und die nötigen Schutzmaßnahmen einzuleiten. Gleichermaßen haben wir  uns an die  Bundesumweltministerin Svenja Schulze gewandt. Wir haben Sie gebeten, mit der bulgarischen Regierung in Verbindung zu treten und deren Tätigwerden einzufordern unter Verweis auf das Bundesnaturschutzgesetz:

§ 41 Vogelschutz an Energiefreileitungen

Zum Schutz von Vogelarten sind neu zu errichtende Maste und technische Bauteile von Mittelspannungsleitungen konstruktiv so auszuführen, dass Vögel gegen Stromschlag geschützt sind. An bestehenden Masten und technischen Bauteilen von Mittelspannungsleitungen mit hoher Gefährdung von Vögeln sind .... die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung gegen Stromschlag durchzuführen. ...“

Ferner möge Sie darauf  verweisen, dass:  

Neben den Vorgaben der EU-Richtlinie über die Erhaltung der wild lebenden Vogelarten (Richtlinie 79/409/EWG) - 209 /147 EG, sowie der Richtlinie 92/43/EWG zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen (Fauna-Flora –Habitat) und schließlich der internationalen Konvention  für den Schutz der wandernden Arten: Convention on the Conservation of Migratory Species of Wild Animals (1979) sowie dem Abkommen zur Erhaltung der afrikanisch-eurasischen wandernden Wasservögel: Agreement on the Conservation of African-Eurasian Migratory Waterbirds, AEWA es gilt  die Umsetzung  nötigen Schutzmaßnahmen zu veranlassen. Großvögel wie Störche  u. a. müssen die nötige Wahrung der körperlichen Unversehrtheit erfahren, auch in Bulgarien.

Auch unsere polnischen Kollegen werden über deren Botschafter in Bulgarien das gleiche Ersuchen vorbringen.

Notfalls wird als weitere Möglichkeit es geboten sein, die EU-Kommission einzubinden und eine Beschwerdegegen Bulgarien einzubringen.  

Dr. E. Schneider

 

 


 

Hambacher Wald: Sechs Mitglieder der Kohlekommission protestieren gegen geplante RWE-Rodung


Berlin / Hambacher Wald, 27.08.2018 - Anlässlich der angekündigten Rodung im Hambacher Wald durch den Energiekonzern RWE sind heute Mitglieder der Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ - kurz Kohlekommission - vor Ort, um sich zu informieren. Sie übernehmen mit der Hängung von fünf Holztafeln symbolische Baumpatenschaften im ökologisch besonders wertvollen Kerngebiet des Waldes. Auf den Tafeln steht „Hambacher Wald: Dieser Baum darf nicht für Kohle sterben“ und der Name des Baumpaten. Damit protestieren sie für dessen Erhalt und gegen die bewusste Provokation durch den Energieriesen RWE, Rodungen für den Kohleabbau durchführen zu wollen, noch während die Kommission tagt. Durch den jahrzehntelangen Kampf um den Erhalt des uralten Waldes ist er zu einem starken Symbol für die Pariser Klimaziele und die Klimabewegung geworden.

Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbandes Deutscher Naturschutzring (DNR): „RWE hat die Lunte für eine unnötige Eskalation entzündet. Während Politik und Kohlekommission versuchen, einen sozial- und umweltverträglichen Kohleausstieg zu vollziehen, will RWE sowohl das Klima wie auch gesellschaftliche Konflikte anheizen. Eigentum verpflichtet – das gilt auch für RWE.“

Martin Kaiser, Geschäftsführer Greenpeace: „Der Hitzesommer 2018 hat endgültig die Perspektive umgedreht: Der Hambacher Wald blockiert nicht die Bagger, sondern die Bagger blockieren den Klimaschutz.“

Hubert Weiger, Vorsitzender des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):

„Wenn die Chance besteht, einen höchst wertvollen Wald zu retten, sollte diese dringend genutzt werden. Wenn RWE unnötig Fakten schaffen würde, obwohl der Klimaschutz auch den Tagebauen neue Grenzen setzt, wäre das besonders fatal. Denn das Ziel der Kommission, der gesellschaftliche Konsens über einen sozial gerechten und klimaverträglichen Kohleausstieg, wird dadurch akut gefährdet.“

Antje Grothus, Initiative „Buirer für Buir“ und Vertreterin der Tagebaubetroffenen im Rheinischen Revier: „RWE eskaliert die Konflikte und schafft Fakten: Zwangsumsiedlungen, Zwangsenteignungen und die Vernichtung des Hambacher Waldes. Das muss zum Schutze der Menschen und des sozialen Friedens endlich aufhören. Wer sich jetzt nicht darum bemüht die unmittelbar bevorstehenden Räumungen und Rodungen abzuwenden, ist verantwortlich für die zu erwartenden massiven Auseinandersetzungen.“

Reiner Priggen, Vorstandsvorsitzender Landesverband Erneuerbare Energien NRW e.V.: „Es ist bedauerlich, dass RWE immer nur den Konflikt mit den Umweltverbänden sucht und die Chance die in der Energiewende liegt bis heute nicht erkannt hat.“

Auch Hannelore Wodtke, als Vertreterin der Tagebaubetroffenen im Lausitzer Revier in die Kohlekommission berufen, solidarisiert sich mit der Baumpflanzung/Aktion: „Wir Lausitzer Tagebaubetroffenen blicken mit Sorge ins Rheinland. Das Verhalten eines Tagebaubetreibers torpediert im ganzen Land die konstruktive Diskussion um den Kohleausstieg.“

Gemeinsam fordern die genannten Mitglieder der Kohlekommission den Konzern RWE auf, auf die geplante Rodung im Hambacher Wald zu verzichten und den Ergebnissen der Kommission im Sinne des Klimaschutzes nicht vorzugreifen. Ziel ist es, den Wald dauerhaft zu erhalten. Die Bundesregierung müsse ihr ganzes Gewicht in die Waagschale werfen, um RWE zur Umkehr zu bewegen. Insbesondere wird die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen aufgefordert, die anhaltenden Angriffe auf die Arbeit der Kommission zu unterlassen und ihre Einflussmöglichkeiten für die Abwendung der Rodungen endlich zu nutzen, um so eine Eskalation zu verhindern. Die Mitglieder kritisieren zugleich scharf den verstärkten Druck für Umsiedlungen am Tagebau Garzweiler und forderten auch hier eine Aussetzung.

Die Mitglieder der Kohlekommission stehen für friedlichen und gewaltfreien Protest. Gewaltanwendung im Hambacher Wald verurteilen sie scharf.

Pressekontakt:

Sigrid Wolff, BUND-Pressesprecherin, Tel.: 030/27586-425, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Nina Slattery, DNR-Referentin Presse und Kommunikation, Tel.: 030/678177578, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tina Loeffelbein, Greenpeace Politik- und Medienkoordinatorin 0151/16720915, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!






Wir lehnen es ab, Braunbären in Gefangenschaft zu halten!

Die Stadt Bernburg, die sich  als „Krone Sachsen-Anhalts“ rühmen lässt, beherbergt eine u. E. sehr fragwürdige, tierschutzwidrige Tierhaltung für eine Zurschaustellung von Braunbären im sogenannten Bärenzwinger. Diese anachronistische Tierhaltung hat ihren Ursprung darin, dass im Jahr 1858 in der unsäglichen Modeerscheinung der Menagerien und Zoos  Braunbär aus Russland nach Bernburg gebracht wurde. Dieser wurde dann in der 1860 im ehemaligen Burggraben errichteten Bärengrube gehalten. Dieses Bärengehege wurde im Laufe der Zeit mehrmals umgebaut, zuletzt zwischen 1992 – 1996 und vom örtlichen Tiergarten betreut.

Es wurden dort ständig zwei Braubären gehalten, die wohl jeweils aus Russland stammten, und zur Schau gestellt. Nachdem vor etwa 1 Jahr das 27 Jahre alte Männchen an Altersschwäche verstorben war, wurde nun auch die zuletzt allein im Schlosszwinger lebende Braunbärin krankheitsbedingt im Alter von 28 Jahren eingeschläfert.

Natürlich machen sich bestimmte Interessen sofort stark dafür, wieder Bären in die archaische Tierhaltung einzusetzen. Aber diese Absichten haben bereits heftigen Widerspruch ausgelöst. Eine aktuell laufende online-Umfrage der Mitteldeutsche Zeitung (MZ) ergab am 21.08.18 (ca. 12:30 h) eine Ablehnung von weit über 50%. Selbst die im örtlichen Stadtrat mit Mehrheit vertretene christliche Partei hält eine Bürgerbeteiligung für geboten, möchte die Entscheidung nicht allein dem Rat der Stadt überlassen.

Die im DNR(Deutscher Naturschutz Ring) vereinten, dem Tierschutz besonders verbundenen, Organisationen haben unter Federführung des DNR-Vizepräsidentin Undine Kurth den nachfolgend wiedergegeben Brief an den Oberbürgermeister der Stadt Bernburg gerichtet und die Beendigung der Bärenhaltung gefordert.

Dr. Eberhard Schneider – 21. August 2018







 

Bayerischer Rundfunk




Raus in die Stadtnatur Warum Fledermäuse die Zitadelle Spandau so lieben



Ein nachhaltiges Europa ist Voraussetzung für Frieden, Wohlstand und Gesundheit


Grün gegen Grün Wenn für Windräder Wald gerodet wird


 

Der Wald hat keinen Anwalt“ – Wenn Windkrafträder Tiere töten Valentin Raskatov 15589 Windkraftanlagen im Wald zerschmettern geschützte Greifvögel und bringen Lungen von seltenen Fledermäusen zum Platzen. Nach Empfehlungen aus der Fachwelt richten sich die Erbauer aber trotzdem nicht, sondern treiben die Anlagen weiter in den Wald hinein. Denn im Wald fühlt sich niemand direkt betroffen. Und es zahlt sich außerdem gut aus.

 


 

Wie steht es um das deutsche Naturbewusstsein?

Ob Plastikmüll, Energiewende, Artenvielfalt oder Gentechnik in der Landwirtschaft: Wie die deutsche Bevölkerung zur Natur und ihrem Schutz steht, zeigt jetzt die aktuelle Naturbewusstseinsstudie. Diese alle zwei Jahre durchgeführte Erhebung ergab unter anderem: Eine überwältigende Mehrheit der Befragten plädiert für mehr Meeresschutz in Nord- und Ostsee und sieht den Plastikmüll als dringliches Problem. Trotz vieler Debatten halten zudem gut 60 Prozent die Energiewende weiterhin für richtig. Ein Großteil der Bevölkerung bleibt zudem beim Nein zur grünen Gentechnik.



Hoffnung für das Rhinluch

Vielleicht kann man die Erwartung daran knüpfen, dass ein neues Förderprogramm des Landes Brandenburg insbesondere auch der Vogelwelt  des feuchten Grünlandes zu Gute kommen wird. Zusammen mit dem Schutz der durch Habitate zerstörende Entwässerung bereits massiv ausgetrockneten Moorböden wird  auch die Wiedervernässung sonstiger Feuchtwiesenareale einhergehen und für zahlreiche Vogelarten des feuchten Grünlandes  den Weg zur Rückkehr in den wiederhergestellten Lebensraum bereiten. Damit erfahren die langjährigen Bemühungen des Vogelschutz-Komitee um die Wiederherstellung von Feuchtlandbiotopen eine maßgebliche Umsetzung.

Es bleibt zu hoffen, dass dieses Projekt regen Zuspruch der Landnutzer findet. Wobei es mehr als betrüblich ist, dass ein im Rhinluch/Kremmener Luch tätiger Großbetrieb der Agrarindustrie sich  schon wieder aus dem kaum begonnen Vorhaben verabschiedet hat. Demgegenüber stehen alle Flächen aus dem Eigentum des Vogelschutz-Komitee für die Wiedervernässung zur Verfügung.  

Das brandenburgische Projekt beinhaltet:

„Die moorschonende Stauhaltung ist ein völlig neues Förderinstrument der Landesregierung für brandenburgische Landwirtschaftsbetriebe im Rahmen der Agrarumweltmaßnahmen. Die klimaschädigende Wirkung entwässerter Moor- und Anmoorböden soll mit dieser Förderung gering gehalten oder verringert werden. Erstmalig wird dafür eine festgelegte Stauhöhe als Prüfkriterium eingesetzt. Das vereinfacht die Durchführung und Prüfung dieser Maßnahme. 
Bei Wasserständen von 10 bis 30 cm unter Flur kann der Verlust von Torf- und Antorfsubstanz gebremst bzw. teilweise gestoppt werden. Moorwachstum beginnt erst bei dauerhaften Wasserständen in Flurhöhe und darüber.“

https://lfu.brandenburg.de/cms/detail.php/bb1.c.427130.de

Dr. E. Schneider 02.07.18


 

Razzien gegen Schmuggler: Interpol stellt 31.000 Tiere sicher In fast 100 Ländern sind Zollbehörden, Grenz- und Tierschutz gegen Wildtier- und Pflanzenschmuggler vorgegangen. Insgesamt wurden mehr als 30.000 exotische Tiere sichergestellt. „Die Ergebnisse sind spektakulär“, sagte der Leiter der Aktion.



MAUSOHREN SIND WIEDER UNTERWEGS
Fledermäuse werden flügge


Vogelarten auf Malta verstößt gegen Unionsrecht

Regelungen Maltas stehen nicht mit Voraussetzungen der EU-Richtinie über Erhaltung wildlebender Vogelarten im Einklang

Der Gerichtshof der Europäischen Union hat entschieden, dass Malta dadurch gegen Unionsrecht verstoßen hat, dass es eine abweichende Regelung erlassen hat, mit der der Fang von sieben wildlebenden Vogelarten erlaubt wird. Diese Regelung steht nicht mit den strengen Voraussetzungen im Einklang, die die Richtlinie über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten vorsieht.

Eine Unionsrichtlinie* bestimmt, dass die Mitgliedstaaten alle erforderlichen Maßnahmen zur Schaffung einer allgemeinen Regelung zum Schutz bestimmter Vogelarten erlassen. Die Mitgliedstaaten können allerdings in Abweichung von dieser Pflicht unter streng überwachten Bedingungen selektiv den Fang, die Haltung oder jede andere vernünftige Nutzung bestimmter Vogelarten in geringen Mengen ermöglichen, sofern es keine andere zufriedenstellende Lösung gibt.

Malta erlaubt unter Auflagen Fang von sieben Finkenarten

In den Jahren 2014 und 2015 machte Malta mit dem Erlass mehrerer Maßnahmen von dieser in der Richtlinie vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch. Mit den Maßnahmen wurde der Fang von sieben Finkenarten mit Hilfe traditioneller Netze (Klappnetze) unter dem Vorbehalt der Einhaltung bestimmter Bedingungen erlaubt.

Kommission erhebt Vertragsverletzungsklage gegen Malta

Die Kommission ist der Auffassung, dass die von Malta in diesen beiden Jahren geschaffene abweichende Regelung die Voraussetzungen der Richtlinie nicht erfüllt. Daher hat sie beschlossen, beim Gerichtshof eine Vertragsverletzungsklage gegen diesen Mitgliedstaat zu erheben.

Genehmigung des Herbstfangs von Finken nicht mit Richtlinie vereinbar

In seinem Urteil entschied der Gerichtshof erstens, dass die Maßnahmen von 2014 und 2015 über die Genehmigung des Herbstfangs von Finken nicht mit der Richtlinie vereinbar sind, da sie keine Angaben zum Fehlen einer anderen zufriedenstellen den Lösung enthalten. Nach der Rechtsprechung des Gerichtshofs dürfen die Mitgliedstaaten Eingriffe, die geschützte Arten betreffen, nur auf der Grundlage von Entscheidungen genehmigen, die mit einer genauen und angemessenen Begründung versehen sind. Die betreffenden Bekanntmachungen enthalten nach Ansicht des Gerichtshofs keine solche Begründung, da sie nicht nur keine Angaben zum Fehlen einer anderen zufriedenstellenden Lösung enthalten, sondern auch nicht auf technische, juristische und wissenschaftliche Berichte verweisen, die dem ornithologischen Ausschuss vorgelegt wurden, und auf die Empfehlungen, die auf diese Dokumente gestützt sind.

Bedingungen der Richtlinie nicht erfüllt

Zweitens kommt der Gerichtshof zu dem Ergebnis, dass Malta die Bedingung der Richtlinie nicht beachtet hat, nach der sich die genehmigte Abweichung nur auf "geringe Mengen" von Vögeln beziehen darf. Die Bedingung einer Entnahme "geringer Mengen" ist nicht erfüllt, wenn die in Abweichung gestattete Entnahme nicht die Erhaltung der Bestände der betreffenden Arten auf ausreichendem Niveau gewährleistet. Malta hat keinen hinreichenden Beweis dafür erbracht, dass diese Bedingungerfüllt ist.

Referenzbestände für Herbstfangsaison 2015 nicht korrekt berücksichtigt

In diesem Zusammenhang weist der Gerichtshof insbesondere darauf hin, dass der Fang auf Malta derart intensiv ist, dass nach einer Studie der Nichtregierungsorganisation BirdLife Malta von 2007 üblicherweise lediglich eine Handvoll Exemplare der jeweiligen gewöhnlichen Finkenart auf der Insel brüten, wohingegen sie in anderen Mittelmeerregionen in großer Zahl brüten. Auch wenn Malta vorgetragen hat, ausschließlich Referenzbestände aus Ländern berücksichtigt zu haben, in denen die Bestände stabil sind oder zunehmen, stand zudem die Auswahl der Bestände durch Malta nicht jederzeit mit der dargelegten Methodik im Einklang. So ergibt sich aus den technischen Berichten der maltesischen Behörden, dass sie für die Herbstfangsaison 2015 Referenzbestände berücksichtigt hatten, die zurückgingen oder deren Erhaltungszustand unbekannt war.

Bedingungen der Richlinie durch Genehmigung des selektiven Fangs lebender Finkenarten nicht erfüllt

Drittens weist der Gerichtshof darauf hin, dass, wenn die Bedingung hinsichtlich einer Entnahme in geringen Mengen nicht erfüllt ist, eine Entnahme von Vögeln zu Freizeitzwecken nicht als vernünftig angesehen werden kann. Überdies ist nach Ansicht des Gerichtshofs die Bedingung, dass ausschließlich der selektive Fang von lebenden Exemplaren der Finkenarten genehmigt werden darf, ebenfalls nicht erfüllt. Der Fang mit Netzen ist unter Berücksichtigung u.a. des Eingeständnisses der maltesischen Behörden, dass es bei ihm zu "Beifängen" kommt, nichtselektiv.

Strenge Überwachtung der Bedingungen durch Malta nicht erwiesen

Schließlich kommt der Gerichtshof zu dem Ergebnis, dass Malta keinen Beweis dafür erbracht hat, dass die fragliche Abweichung unter streng überwachten Bedingungen im Sinne der Richtlinie genutzt wird. Im maltesischen Kontext, der sich durch eine sehr hohe Dichte von Lizenzinhabern - mehr als 4.000 - sowie von registrierten Fangeinrichtungen - mehr als 6.400 - auszeichnet, erscheint es unzureichend, dass lediglich 23 % der Fänger Einzelkontrollen unterzogen wurden.

Nichtbeachtung der Beschränkungen in Herbsfangsaison 2014 verbreitet

Zudem ist nachgewiesen, dass in der Herbstfangsaison 2014 die Nichtbeachtung der Beschränkungen hinsichtlich der genehmigten Zeiträume und Fangorte, zu der es insbesondere durch die Fangpraxis innerhalb der "Natura 2000"-Gebiete gekommen war, relativ verbreitet war.

Der Gerichtshof entschiede folglich, dass Malta gegen seine Verpflichtungen aus der Richtlinie verstoßen hat.

 


 

Kölner Vogelhändler wegen illegalen Vogelhandels zu Bewährungsstrafen verurteil!

Mit seinem Urteil vom 13. Juni 2018 befand  das Amtsgericht Köln in dem Strafverfahren  (Az. 581 Ls 403/17) gegen die in Köln ansässigen Vogelhändler Jörg. D. und Bernd D. (Vater (83) und Sohn (55). ) für schuldig und verurteilte beide.
Die beiden Angeklagten D. wurden für schuldig befunden, ohne Erlaubnis freilebende Vögel gewerbsmäßig verkauft und damit gegen die §§ 7 II, 39ff. BNatSchG verstoßen zu haben und außerdem Urkundenfälschung gem. §§ 267, 270, 271 StGB begangen zu haben.

Zusätzlich werden 32.000 € Wertschöpfung durch den Handel mit Wildvögeln bei den Angeklagten eingezogen. Daneben fallen die Gerichts- und Gutachterkosten an.

Die weit über Köln hinaus bekannte Vogelhandlung D. verkaufte nach unserer Erfahrung regelmäßig auf Vogelbörsen heimische Wildvögel zahlreicher Arten aber auch Exoten und Mutationen die nicht dem Bundesnaturschutzgesetz unterliegen. Zusätzlich gab es ständig neue Angebote im Internet und einmal im Monat eine große Anzeige in einer bekannten Zeitschrift für Vogelzüchter.

Vater Bernd D. behauptete nun in der Hauptverhandlung, er habe niemals etwas mit dem Vogelhandel zu tun gehabt. Er habe höchstens gelegentlich beim Saubermachen geholfen.

Eine Mitarbeiterin der Naturschutzbehörde Köln sagte aus, dass ihr der Angeklagte Bernd D. sehr wohl seit Jahren als Vogelhändler bekannt sei und dass man ihn auch bei einer Dursuchung angetroffen hätte.

Zur Anklage kam es, weil bei der Durchsuchung der Geschäfts- und Privaträume 448 einheimische Wildvögel beschlagnahmt wurden. Ca. 100 davon waren nicht beringt.

Die Polizei und Mitarbeiter der Stadt Köln fanden bei der Aktion u.a. Buchfinken, Dorngrasmücken, Gimpel, Goldammern Stieglitze Erlenzeisige und einen Pirol.

Viele der Vögel waren in einem bedauernswerten Zustand. Bei zahlreichen beringten Tieren waren die Ringe zum Teil sichtbar verformt.


Auslöser für die Durchsuchung war der Kauf von zwei Schwanzmeise auf einer Vogelbörse durch das Vogelschutz-Komitee. Der Kauf wurde den zuständigen Behörden mitgeteilt und als kurz nach dem Kauf eine Schwanzmeise verstarb, war das die Gelegenheit den Ring durch eine staatlich Stelle untersuchen zulassen. Das Ergebnis bestätigte unseren Verdacht, dass die Vogelhandlung D mit Wildvögeln handelte.

Die Angeklagten bestreiten vehement,Wildvögel verkauft zu haben. Sie hätten jeweils Nachzuchten in Belgien und den Niederlanden gekauft. Die vom deutschen Gesetzgeber vorgeschriebenen Herkunftsnachweise seien dort nicht vorgeschrieben.

Zu den 100 Vögeln ohne Ring sagten die Angeklagten aus, man hätte die Vögel von einem polnischen Händler gekauft. In Polen sei es nicht vorgeschrieben, Vögel zu beringen. Der angebliche polnische Händler war zur Verhandlung geladen, ist aber nicht erschienen.

Das Aussage, polnische Vögel würden nicht beringt, konnte sehr schnell durch eine Mitarbeiterin der Stadt Köln widerlegt werden indem sie ein amtliches Schreiben der polnischen Behörde vorlegte, dass die Vögel illegal nach Deutschland verbracht wurden, die polnischen Behörden niemals die Genehmigung für einen solchen Handel gegeben hätten.

Unsere eigenen Recherchen dazu hatten auch schon ergeben, dass es in Polen keinen legalen Handel mit heimischen Waldvögeln gibt. Somit auch keine Beringung vorgeschrieben ist.

Der Hauptangeklagte gab weiter an, keinen Herkunftsnachweis zu den Vögeln, insbesondere über die Elterntiere, erbringen zu können. Er habe die Vögel in den Nachbarstaaten Niederlande und Belgien gekauft wo ein solcher Herkunftsnachweis nicht vorgeschrieben ist.

Am ersten Verhandlungstag legte eine Biologin der Naturschutzbehörde Köln dem Gericht zahlreiche Ringe vor, die im Vergleich mit intakten Ringen deutlich als manipuliert erkennbar waren.

Außerdem bestätigte die Zeugin weiter, dass es weder die vorgeschriebenen Herkunftsnachweise gab, noch eine den Vorschriften entsprechende ordnungsgemäße Buchführung. Deshalb waren seinerzeit alle Vögel beschlagnahmt und mitgenommen worden.

Diese sichergestellten Vögel waren dann auf einer qualifizierten Vogelpflegestation untergebracht worden. Viele von ihnen wiesen einen sehr schlechten Gefiederzustand auf, waren in schlechter körperliche Verfassung oder trugen sogar Verletzungen. - Das waren wesentlich Folgen der Haltung in Gefangenschaft, wie sie bei wild eingefangenen Vögeln bekannt sind, die in zu enge Käfige eingesperrt wurden. Dank der spontanen Spendenhilfe zahlreicher Vogelfreunde konnte seinerzeit das Vogelschutz-Komitee der Pflegestation eine, ob der akuten Inanspruchnahme durch so zahlreiche Vögel, dringend benötigte finanzielle Unterstützung zukommen lassen. Nach Wiederherstellung wurden diese Vögel dann in die Freiheit entlassen.

Der am zweiten Verhandlungstag geladene Gutachter aus der Universität Hannover bestätigte gegen über dem Gericht die Aussage der Mitarbeiterin, dass die festgestellten Deformationen der Ringe auf vorsätzlichen Manipulationen beruhen.

Es wurden demnach ausschließlich Wildvögel und keineswegs, wie die Angeklagten angaben, gezüchtete Singvögel verkauft. Von 309 untersuchten Ringen waren 278 manipuliert.

Dafür, dass auch die nötigen Unterlagen zu den Vögeln und ihrer Herkunft lückenhaft waren, hatte der vorsitzende Richter kein Verständnis.

Den Fortgang des Verfahrens in der Berufung werden wir aufmerksam verfolgen.

Dr. E. Schneider

Ergänzung zum Bericht:

Nicht Gegenstand der Verhandlung war ein früherer Vergleich im Okt. 2017. Das Veterinäramt der Stadt Köln hatte seinerzeit dem Händler D. wegen Verstoß gegen § 11 Tierschutzgesetz die Gewerbegenehmigung entzogen. Wogegen D. Einspruch erhoben hatte.

D. durfte noch bis zum 20.Jan 2018 seine Wildvögel abverkaufen. Seitdem bleibt ihm nur der Handel mit gezüchteten Finken und eindeutig erkennbaren Mutationen.

Der Handel mit heimischen Singvögeln bleibt ihm untersagt.

Bereits 1 Tag nach dem Vergleich fand sich auf der Internetseite des Händlers dazu folgende „Mitteilung“ an seine Kunden:

18.10.2017„Aus aktuellem Anlass und wie bereits geschrieben hatte die Stadt Köln den Bescheid erlassen mir meine Handel und Zucht Erlaubnis und somit mein Gewerbe zu entziehen. Am heutigen Tag war eine Anhörung vor dem Verwaltungsgericht Köln. Die Stadt Köln hat die Anträge bezüglich des Gewerbeentzug bzw. Haltungsverbot für Vögel zurück gezogen. Somit wird es auch weiterhin entgegen dem Wunsch des Amtes und auch dem Vogelschutzkomitee die Vogelhandlung Decker geben“. 




Köln Nachrichten Bewährungsstrafe für Kölner Vogelhändler
Köln | Am vergangenen Mittwoch sprach das Kölner Amtsgericht in erster Instanz eine Bewährungsstrafe für einen Kölner Vogelhändler aus. Außerdem ordnete das Gericht die Einziehung eines Wertersatzes in Höhe von 32.000 Euro an.


Geschützte Tiere verkauftKölner Richter verdonnert illegale Vogelhändler – Quelle: https://www.express.de/30615898 ©2018
https://www.express.de/koeln/geschuetzte-tiere-verkauft-koelner-richter-verdonnert-illegale-vogelhaendler-30615898

Verstoßes gegen Naturschutzgesetz Vater und Sohn aus Köln verkaufen Singvögel – Quelle: https://www.rundschau-online.de/30616908 ©2018

 



Berliner Artenschutz Team -BAT-e.V. informiert: Fledermäuse werden jetzt geboren
Im Mai ziehen Fledermäuse in ihre Wochenstubenquartiere. Die Mütter bringen dort jetzt in kleinen oder größeren Gruppen ihre Babys zur Welt. Bei den meisten einheimischen Arten gibt es ein Junges pro Jahr, manche Arten, wie der Große Abendsegler haben überwiegend Zwillinge.

 



Aus unserer Naturschutzpraxis:

Rekonstruktion eines artenreichen Vogel-Lebensraumes

Bei der Bildungsmesse didacta in Hannover (20. Bis 24. Februar 2018) stellte das Vogelschutz-Komitee gemeinsam mit seinem Kooperationspartner biotop e.V. das langjährige Naturschutzprojekt zur Wiederherstellung des vormaligen Feuchtwiesenlebensraumes in der Hallerniederung bei Eldagsen/Region Hannover vor.

Mehrere hundert Messebesucher, überwiegend Lehrer und andere Pädagogen, informierten sich über das Projekt und seine wahrlich „vorzeigbaren“ bisherigen Ergebnisse. Thomas Maschke von Biotop e.V. erläuterte und diskutierte seinen nun schon fast zwanzigjährigen, von viel Idealismus getragenen, Einsatz für das vom Vsk geförderte und mit getragene Projekt der Rekonstruktion eines wieder artenreichen Lebensraumes inmitten der durch Monokulturen einer hoch intensiven Agrarindustrie bestimmten Landschaft.

Die nachfolgenden Bilder zu unserem Informationsstand mögen eine Übersicht zur Präsentation vermitteln und den Text zur Projektdarstellung illustrieren.

Diese Präsentation ist als Wanderausstellung konzipiert und kann zu Ausstellungszwecken zur Verfügung gestellt werden (Mindestflächenbedarf ca. 5 x 4 m, Innenraum).

Dr. E. Schneider

 


 

 

  

 

 


  

Vogeltod an Stromfreileitungen

 

Alljährlich häufen sich zur Zeit des Vogelzugs die tödlichen

Unfälle großer Vögel an den stromführenden Freileitungen

(sogen. Mittelspannungsleitungen) bei denen konstruktionsbedingt

die Vögel Gefahr laufen, einen tödlichen Stromschlag zu erfahren.

Auf der Traverse eine Mastes stehend, können große Vögel wie

Störche mit einem Fuß an den stromführenden Draht gelangen.

Weniger langbeinige Adler, Uhus, Geier und andere geraten eher mit

ihren Flügeln in den gefahrvollen Kontakt zwischen Stromkabel und

dem den Strom dann  zur Erde leitenden Material des Masts.

So fanden die polnischen Kollegen zu Beginn des September die

Überreste zahlreicher Weißstörche, die beim Zug in ihre Überwin-

terungsgebiete an Freileitungen in Bulgarien zu Tode kamen.

 // Ein schlechtes Jahr für Brandenburgs Weißstörche

 

Gleichermaßen war ein im Sommer in Nordhessen mit einem Sender

ausgestatteter Junger Schwarzstorch an einer Freileitung in Serbien

tödlich verunglückt – Mit Unterstützung durch VsK inspizieren die

hessischen Kollegen dieser Tage die Gefahrenstellen auf der von den

besenderten Störchen bekannten Flugroute. So dass dort dann die nötigen

Schutzmaßnahmen eingeleitet werden können. Insgesamt besteht aber

noch ein ganz erheblicher Bedarf einschlägiger Vogelzugforschung, um die

hochgradig desolate Situation auf der „Balkanroute“ von sowohl Schwarz-

als auch Weißstorch zu dokumentieren und schnellstmöglich die – ja technisch

leicht machbaren! - Schutzvorrichtungen zu realisieren und solche EU-weit

zu etablieren! So wie nach unserer massiven Intervention im  spanischen

Katalonien, wo die zuvor berüchtigten Gefahrenstellen für Weißstörche

inzwischen gut abgesichert wurden.

An einem nicht erfassten Leitungsmast kam dort aber unweit von La Senia,

nahe der südlichen Provinzgrenze, am 14. September ein Gänsegeier um.

 

 

 

Foto: Hannes /VsK

 

Die Behörde wurde verständigt und Vorsorge gegen weitere

solcher Todesfälle wird getroffen.

 

Schlimmes ist jedoch einem jüngsten (25.10.18)  spanischen Pressebericht zu entnehmen:

https://elpais.com/sociedad/2018/10/25/actualidad/1540468369_836983.html

 

Die Inspektoren der Naturschutzverwaltung in  Bazalote  (Albacete), Kastilien – La Mancha,

haben bei Kontrollen unter Stromleitungen mehr als 30 tote Greifvögel aufgefunden. Darunter

Kaiseradler, Steinadler, Uhu, Milan und andere in Spanien streng geschützte Arten.  Dies wird

gerichtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Wenngleich die zuständige Elektrizitätsgesellschaft in diesem Jahr,2 Millionen Euro in die Sicherung

der Leitungen investiert, wird sie einer Bestrafung kaum entgehen. Der Oberste Gerichtshof von

Castilla-La Mancha hatte im Mai in einem Urteil eine Strafe in Höhe von 100.001 Euro gegen

Iberdrola Distribución Eléctrica verhängt wegen des "sehr schweren Verstoßes", den Stromschlag an

einem iberischen Kaiseradler auf einem Leitungsmast. Es war das erste rechtskräftige Urteil in Spanien

gegen eine Elektrizitätsgesellschaft für den Stromschlag an Vögeln.

Nach einem Regierungsbericht kommen bisher in Spanien mindestens 33.000 Greifvögel pro Jahr

durch den Stromschlag an Leitungen zu Tode. Die Untersuchung kommt zum Ergebnis davor, dass dies

die Hauptursache  für die Sterblichkeit bei mehreren gefährdeten Arten dem Kaiseradler, dem

Habichtsadler und der Kanarischen Houbara-Trappe darstellt.

 

Dr. Eberhard Schneider