Tierschmuggel aus Deutschland in die USA:

Ein skrupelloser Händler aus Nordrhein-Westfalen soll Hunderte Spinnen, darunter auch zahlreiche Vogelspinnen, in alle Welt vertrieben haben

Die Behörden in den USA haben einen Deutschen geschnappt, der hunderte Vogelspinnen ins Land geschmuggelt haben soll. Der 37-Jährige aus Nordrhein-Westfalen sei am Donnerstag (02.12.2010)  bei seiner Ankunft in Los Angeles festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Kalifornien mit.

Der Deutsche habe dort einen vermeintlichen Kontaktmann treffen wollen. Dem Spinnenschmuggler, der unter anderem Spinnenarten vertrieb, die durch das Washingtoner Artenschutzabkommen geschützt sind, drohen nun 20 Jahre Gefängnis und eine Geldstrafe von 250.000 Dollar (knapp 189.000 Euro).

(Quelle: dpa)


Unser Kommentar:

Da hat er nun wirklich sich das falsche Land ausgesucht! Hierzulande hätte ihm allenfalls eine Höchststrafe von 2 Jahren Haft (mit Bewährung) erwartet. Sofern ihn die gegenüber Artenschutzdelikten äußerst milde und zurückhaltende Justiz nicht von vornherein hätte laufen lassen. Da sollten deutsche Behörden, Staatsanwälte und Richter sich mal an der Praxis in den USA orientieren. Nach VsK-Erfahrungen herrscht hierzulande ein wahres Paradies für Tierschmuggler, illegale Händler usw. – solche können nämlich im Fall dass sie erwischt werden, eher mit einer Einstellung des Verfahrens rechnen als mit einer Verurteilung.  

Dr. Eberhard Schneider, 05.12.2010