Immer wieder finden Natur- und Tierschützer die sterblichen Reste von Greifvögeln und anderen fleischessenden Tieren, wie etwa Rabenvögeln, die entweder Schussverletzungen tragen, Quetschungen aus Fallen aufweisen oder vergiftet sind - wie spätere Untersuchungen dann zeigen. Bei der Giftanwendung, die über ausgelegte Kadaverreste von Wild (z. B. die Innereien) oder Reste aus Haustierschlachtung erfolgt, sind es meist landwirtschaftliche Gifte, zu denen die Täter wohl am leichtesten Zugang in den betrieblichen Restbeständen ihrer „Agrarlabors“ haben. Nun wurden wieder Vergiftungsfälle an Seeadlern bekannt.

Seeadler nehmen vor allem im Winterhalbjahr überwiegend auf; dies hat in zahlreichen Fällen eine Bleivergiftung zur Folge: Wenn diese Vögel aus den im Gelände liegenden Kadavern von „Fallwild“, nicht hinreichend „nachgesuchten“ Jagdopfern oder den von den Jägern hinterlassenen „Aufbrüchen“ (= Gedärme/Innereien) des von ihnen getöteten Wildes ihre Nahrung beziehen. Dabei verschlucken sie Bleipartikel, die sich in der – in Deutschland noch immer erlaubt, obwohl Ersatz vorhanden ist! - bleihaltigen Jagdmunition vor allem im Bereich der Schusswunden befinden.

 

Mit Datum 05. Februar 2011 berichtet der Wattenrat www.wattenrat.de
gefunden bei: www.wilfriedheck.de


Mindestens vier Seeadler sind laut Angabe des WWF in den zurück liegenden Monaten in Schleswig-Holstein Opfer präparierter Giftköder geworden. Nach den jetzt abgeschlossenen Untersuchungen des Berliner Leibniz Instituts für Zoo- und Wildtierforschung ist klar, dass auch der zuletzt aufgefundene Adler durch das Insektengift Mephinphos ums Leben gekommen ist. Das tödliche Gift ist in Deutschland bereits seit 1990 verboten. Nachdem sich die Fälle auch in anderen Bundesländern häufen, drängt der WWF Deutschland auf rasche Aufklärung. Allein in der Gemeinde Gothendorf in Ostholstein fand man drei verendete Tiere. Um die Todesserie zu stoppen, setzt der WWF eine Belohnung von 5.000 Euro für Hinweise aus, die zur Überführung der Täter führen.

Anmerkung Wattenrat:

Bei der Umweltorganisation WWF scheinen in Sachen Naturschutz schwerwiegende Wahrnehmungsstörungen zu existieren. Wenn Greifvögel an ausgelegten Giftködern zugrunde gehen, dann resultiert daraus eine Strafanzeige samt Belohnung für sachdienliche Hinweise zur Ergreifung der Täter. Gut. Wenn dagegen Greifvögel mit den Riesenpropellern von EEG-Maschinen kollidieren und tödlich getroffen oder schwer verletzt zu Boden flattern, dann haben sie halt einfach Pech gehabt. Die Excel-Datei aus der zentralen Fundkartei der Staatlichen Vogelschutzwarte Brandenburg listet aktuell bis zum 19.01.2011 insgesamt 1.251 Vogelschlagopfer auf, darunter 6 Fischadler, 1 Schreiadler und 57 Seeadler. Zudem 4 Wanderfalken (Falco peregrinus), welche als geschützte Art in der  Auflistung des Anhang 1 des Washingtoner Artenschutzübereinkommens zu finden ist. Wo bleiben da die Meldungen des WWF über Strafanzeigen samt Belohnung zur Ergreifung und Bestrafung der Täter? WWF - mehr Schein als Sein, oder?"

 

Eigene Anmerkung:

Leider sind diese Fälle der illegalen Tötung nicht unbedingt auf „Wilderer“ und dergleichen zurückzuführen. Werden tote Greifvögel in den Jagdrevieren aufgefunden, verhalten sich Jäger oftmals sehr zurückhaltend. Da sind sie weniger an der Aufklärung und der Entdeckung irgendwelcher „Wilderer“ interessiert.  Nicht selten steckt der örtlich Jagdausübungsberechtigte mit unter einer Decke mit den Gifttätern.

Soweit der Wattenrat in diesem Zusammenhang auf die Verluste an Vögeln an den Windanlagen verweist, so hat er Recht. Die ideologische Sackgasse der „erneuerbaren Energien“ lässt seit Jahren nicht nur die zitierte Organisation die Augen verschließen vor der Tatsache, dass ständig, rund ums Jahr, abertausende Vögel an den Windmühlen zu Tode kommen. Im Gegenteil: da wird verharmlost und sogar eigene Mitarbeiter aus den Zuwendungen der Windkraftlobby finanziert – wie mehrere Jahre lang beim DNR = Deutscher Naturschutz Ring.

Dr. Eberhard Schneider
, 06.02.2011