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Brandaktuell: Vogelmassaker gestoppt!

Im Spätsommer 2018 hatten Berichte aufgeschreckt, dass ein neuerdings im südspanischen Andalusien praktiziertes Verfahren der maschinellen Olivenernte zur Nachtzeit ein heilloses Massaker unter der Vogelwelt anrichtet. Die in den industriell genutzten Olivenplantagen übernachtenden Vögel werden Von den Großmaschinen mit abgeerntet und finden den Tod in den Olivenmengen. Noch rechtzeitig vor dem diesjährigen Erntebeginn erging nun das Verbot. Wir werden weiter berichten.

Dr. Eberhard Schneider

» Meldung bei SEO BirdLife (spanisch)

» Meldung bei epagro / europa press (spanisch)


Naturschutz oder totale Waldvernichtung?

Kein Steuergeld für unsinnige Aufforstungsprogramme!

Ja, unseren Wäldern geht es sehr schlecht! Doch der Urheber ist nicht der vielgeschmähte Borkenkäfer. Er bringt zwar die unseligen, zumeist nicht standortheimischen Fichten in Bedrängnis und zum Absterben. Eine wahre Hysterie ist unter den Holzproduzenten ausgebrochen, und man meint, mit der großflächigen Beseitigung der noch lebenden oder bereits abgestorbenen Fichtenbestände, "waldhygienisch" in einer "sauberen Wirtschaft" dem natürlichen Geschehen begegnen zu können, in das hingegen auch die Borkenkäfer als ökologisch wichtige und notwendige Destruenten eingebunden sind. Ungeachtet der Tatsache, dass angesichts der Menge anfallenden "Kalamitätsholzes" der Holzmarkt zusammengebrochen ist und der Holzverkauf nicht einmal die Erntekosten einbringt, führen Waldbesitzer und (viele) wenig weitsichtige Förster eine wahre Schlacht im Walde: Mit gigantischer Maschinerie der "Harvester" rücken sie an, um das zerstörerische Werk verfehlte Forstwirtschaft zu vollenden; etwa auch mit der Last der Maschinen welche die Böden - den Wurzelraum der Bäume! - so zu verdichten, dass sie auf sehr, sehr lange Zeit nicht mehr die vielfältigen Bodenfunktionen erfüllen können.

Dass Jahrhunderte lang praktizierter Raubbau an den Wäldern und "nachhaltig" massive Fehler einer exaltierten deutschen Monokultur-Forstwirtschaft ursächlich für das Dilemma der Wälder sind, wird geflissentlich ignoriert. Verdrängt wird auch, dass die Käferkalamität in engem Zusammenhang mit der weithin herrschenden Trockenheit im Zuge des Klimawandels steht. Wobei auch die hemmungslose betriebene Entwässerung der Lebensräume ihre tiefen Spuren in die nun austrocknenden Wäldern gegraben haben. - Die Wahrheit will keiner sehen! Stattdessen schreit man nach staatlichen Mitteln und Wiederaufforstungsförderung.

Dabei ist nicht absehbar, welche Wälder sich unter dem Diktat des sich ändernden Klimas entwickeln werden. Niemand vermag verlässlich zu sagen, welche Baumarten in der Zukunft die heimischen Wälder bilden können. So mancher Wunderheiler propagiert da wohl schon seine Rezepte; aber das hysterische Herumgefuchtel der Holzerzeugerlobby und wenig sachkundiger Politiker wird nicht die Rettung bringen. Wir wissen einfach nicht, wie sich alles entwickeln wird.

Sinnvoll wäre es zweifelsfrei, gar nichts zu tun und z. B. die kranken Fichten gnädig sterben und an Ort und Stelle zu lassen (wie VsK es bereits praktiziert). Auch ein toter Baum erfüllt noch wichtige Funktionen im Lebensraum: Er speichert nicht nur das in seinem Holz eingebaute Kohlendioxid noch auf Jahre. So eine Baumleiche enthält sehr viel Wasser. Wasser, dass im Totholz vielfältiges Leben ermöglicht. Im Zerfall schließlich, in seiner Lebensphase als Totholz, ist so ein toter Baum ein Hort des Lebens. Er bildet das Substrat für Heerscharen von Bakterien, Pilzen, Algen und Flechten, Insekten und anderen Bewohner. Nicht zuletzt schützt so ein am Ort belassener Baum auch die Fläche vor Erosion, weiterer Austrockung des Bodens und völliger Devastierung.

Statt ihnen mit dem "Harvester" zu Leibe zu rücken, ist es besser die Bäume unangetastet an ihrem Standort zu belassen. Einfach "die Finger weglassen" und den Wald der Zukunft mit einer an die geänderten Zukundftsverhältnissen angepassten Vegetation wachsen lassen! Das ist der für das Überleben des Planeten beste Weg!

Um dem kurzsichtigen, verfehlten Treiben der Holzproduzenten zumindest in bestehenden Schutzgebieten - wie dem FFH-Gebiet im Siebengebirge - Einhalt zu gebieten und der nötigen natürlichen Waldentwicklung zu dienen, haben wir uns den Kollegen angeschlossen. Warten wir ab, ob alle deutschen Gerichte sich als so kurzsichtig erweisen werden wie derzeit das angerufene Verwaltungsgericht.

Dr. Eberhard Schneider

» BUND Pressemitteilung vom 26.09.2019 zum Beschluss des Verwaltungsgerichts Köln


Feuchtwiesenbewirtschaftung

Foto Schild auf Feld

Foto: Spanjers/vsk

Diese Fotos von einer im Eigentum des VsK stehenden Grünland-Fläche im Oberen Rhinluch, unweit von Fehrbellin - Hakenberg zeigen den Unterschied zwischen agrarindustrieller Ausbeutung des Grünlandes und naturnaher, vogelfreundlicher Feuchtwiesenbewirtschaftung. Gemäht wird die Fläche am 30. Oktober 2019.

So geht Vogelschutz!

 


DNR - Deutscher Naturschutzring
Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen (DNR) e.V.

Gemeinsame Pressemitteilung von animal public, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Bundesverband Tierschutz, Deutscher Tierschutzbund, NABU, PETA, Pro Wildlife, VIER PFOTEN, Vogelschutz Komitee und dem Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR)

Neues Konzept für Wildtiere im Zirkus: Geheime Verhandlungen zwischen Zirkusbranche und Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Zehn Tier- und Artenschutzverbände fordern Landwirtschaftsministerin Klöckner auf, Inhalte offenzulegen und die Organisationen zu beteiligen

Berlin, 23.08.2019 - Um neue Regelungen für die zukünftige Haltung von Wildtieren im Zirkus zu erarbeiten, steht das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) seit dem vergangenen Sommer in einem geheimen Austausch mit der Zirkusbranche. Bei mehreren Treffen kamen Zirkusdirektoren und Verantwortliche des Ministeriums zusammen. Bei einem für den 4. Juli anberaumten Treffen sollten die Zirkusvertreter sogar ein eigenes Konzept als Diskussionsgrundlage vorlegen dürfen, wie die Haltung von Tieren im Zirkus künftig zu gestalten sei.

In einem Schreiben an Bundesministerin Julia Klöckner fordern nun der Deutsche Naturschutzring und die Tier- und Artenschutzorganisationen animal public, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Bundesverband Tierschutz, Deutscher Tierschutzbund, NABU, PETA, Pro Wildlife, VIER PFOTEN und das Vogelschutz Komitee das von der Zirkusbranche vorgelegte Konzept einsehen und kommentieren zu können sowie an den Gesprächen künftig beteiligt zu werden.

„Wenn das Bundeslandwirtschaftsministerium geheime Verhandlungen mit Zirkusvertretern führt und dabei die Tier- und Artenschutzorganisationen bewusst ausschließt, sind keine guten Ergebnisse im Sinne der Tiere zu erwarten. Dass genau die Zirkusbranche, die seit Jahrzehnten den Tierschutz mit Füßen tritt, sogar ihr eigenes Konzept für die Neuregelung vorlegen darf, zeigt einmal mehr die lobbynahe Einstellung von Bundesministerin Julia Klöckner. Es kann nicht sein, dass nicht mehr zeitgemäße „Traditionen“ vor die Bedürfnisse leidender Lebewesen gestellt werden“, so Undine Kurth, Vizepräsidentin des Deutschen Naturschutzrings.

Die Tier- und Artenschutzorganisationen sprechen sich für ein umfassendes Verbot von Wildtieren im Zirkus aus, da die Bedingungen für die Tiere in reisenden Zirkusbetrieben systembedingt nicht mit dem Tierschutz vereinbar sind. Auch der Bundesrat forderte 2016 in seiner bereits dritten Entschließung die Bundesregierung auf, die Haltung von Wildtieren im Zirkus zu verbieten. Im April 2019 schlossen sich die für den Tierschutz zuständigen Ministerinnen und Minister der Länder auf der Agrarministerkonferenz in Landau in der Pfalz in einer gemeinsamen Erklärung der Forderung des Bundesrats an. Im Herbst dieses Jahres befasst sich der Bundestag in einer öffentlichen Anhörung mit einem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen, Wildtiere im Zirkus zu verbieten (Drucksache 19/7057).

Hintergrund
In reisenden Zirkusbetrieben sind die Bedingungen für Wildtiere grundsätzlich nicht mit dem Tierschutz vereinbar. Neben dem Verbot von Wildtieren, fordern Tierschützer außerdem schon lange tierschutzgerechte verbindliche Haltungsvorgaben für domestizierte Tiere. Für alle Tiere im Zirkus gelten derzeit geringere Vorgaben als für deren Artgenossen in Zoos, Tierparks oder in Privathaltung. Die bereits 2010 initiierte Überarbeitung der sogenannten Zirkusleitlinien liegt seither auf Eis, da das Thema „Wildtierverbot“ von den jeweiligen Bundesagrarministern blockiert wurde.

» Brief an das Ministerium für Ernährung und Landwirtschaft

Kontakte für Rückfragen

  • Animal Public – Laura Zodrow | +49 (0) 211 56949730 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Bund gegen Missbrauch der Tiere – Torsten Schmidt | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Bundesverband Tierschutz – Dr. Jörg Styrie | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Deutscher Naturschutzring – Nina Slattery | +49 (0) 30 6781775 78 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Deutscher Tierschutzbund – James Brückner | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • NABU – Ralf Schulte | +49 (0) 30 284 984-1601 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • PETA - Valeria Goller | 0711 860591 521 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Pro Wildlife - Katharina Lameter | + 49 (0) 176 64 77 66 55 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • VIER PFOTEN – Charlene Wolf | +49 (0) 171 4595671 | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
  • Vogelschutz Komitee – Dr. Eberhard Schneider | Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Naturschutz „nach Gutsherrenart“

Wie schwer hat es doch der geplagte Landwirt! - Oder: kaum eine Unwahrheit wird gescheut

Als die „größte Agrarlüge seit BSE“ bezeichnet der Geschäftsführer des Bauernbund Brandenburg e. V. laut einem Zeitungsinterview (Ruppiner Anzeiger v. 27./28.07.19, S. 10) die „Volksinitiative gegen das Insektensterben in Brandenburg“. Er sieht das als „Wahlkampf für die Grünen“; eine ursächliche Rolle der Agrarwirtschaft im Geschehen des Verschwindens der Insekten (die Feldvögel u.a. nennt er nicht) aus der Agrarlandschaft bestreitet er vehement und ergeht sich in Beschönigungen und gedanklich unausgegorenen Halbwahrheiten, deren fachlicher Kontext wohl nicht annähernd verstanden wurde. Alle anderen sind schuldig, nur der Landwirt ist der Gute. Dümmlicher geht es m. E. kaum, oder?

Foto Schild auf Feld

Ähnlich infam stellten sich jene großen Schilder dar, die als moderne „Ackerbegleitstruktur“, im Ersatz zur natürlichen Ackerbegleitflora (?), etwa Ende Juni 2019 auf einzelnen der ausgedehnten agrarindustriellen Monokulturen im Bereich Rhinluch/Kremmener Luch aufgestellt wurden. Sie sollen wohl, m. E. volksverdummend, Glauben machen, dass die dort betriebene Landwirtschaft „Naturschutz“ sei. In einer missbräuchlichen Ausbeutung der wehrlosen Geschöpfe, hier agrargeschädigte Feldlerche, Bienen und Schmetterlinge, wird dem arglosen Betrachter vorgegaukelt, dass man sich zum Wohle derselben engagiere.

Nach den apostrophierten Brutflächen, dahinter zu vermutenden nicht bewachsenen Kleinstflächen, sogen. „Lerchenfenstern“, hielt man vergeblich Ausschau im ausgedehnten dicht bewachsenen Getreidefeld. Die von vornherein ja von der Feldbestellung ausgesparten Plätze müssten im dann aufgewachsenen und reifen Getreidefeld als kleine grüne Inselchen in ihrer Vielzahl sichtbar sein. Dazu ist erläutert, z. B. im „Maßnahmenblatt Lerchenfenster“ der Landwirtschaftskammer Nordrhein: „Die Mindestgröße eines Lerchenfensters sollte 20 m² betragen. Empfohlen wird eine Dichte von 2 bis 10 Fenstern pro Hektar. Mindestabstände zu Ortschaften, Straßen, Baumbeständen oder Fahrgassen sind einzuhalten“. Aber Fehlanzeige auf diesen Produktionsflächen! – Eine Form von Verbrauchertäuschung unter missbräuchlicher Ausnutzung der Feldlerche?

Foto vom Feld

Ähnlich auch im anderen Beispiel, in dem der von einem schmalen Streifen mit Phacelia-Aussaat gesäumte Rand einer Maismonokultur als besonders den Bienen und Schmetterlingen dienliche agrarindustrielle Maßnahme herausgestellt und als Naturschutz reklamiert wird.

Richtig ist wohl, das die Phacelia-Blüten von Honig-Bienen aufgesucht werden. Die Pflanze gilt u.a. als „Bienenweide“. Aber, abgesehen davon, dass eine solche „bienenfreundliche“ Maßnahme eines blühenden Streifens entlang einer ausgedehnten und insgesamt vielmehr bienenfeindlichen Maismonokultur naturschutzfachlich wesentlich verfehlt ist, wurde das Ganze dann im Juli völlig ad absurdum geführt: Der den angeblich den Bienen und Schmetterlingen gewidmete Ackerrand wurde mit Herbizid besprüht! Die „Bienenweide“ ging schlagartig zugrunde; und selbst benachbarte Maispflanzen blieben vom Sprühnebel nicht verschont. – Naturschutz nach Landwirtschaftsart!

Foto vom Feld

Später spärlich aufkommende Sonnenblumen haben diesen Frevel dann auch nicht sanktioniert oder heiligen können. Bienen oder Schmetterlinge waren zuvor ohnehin auch nicht zu beobachten gewesen. So wurden vermutlich auch keine direkt geschädigt oder beeinträchtigt. Dort Vögel beobachten zu wollen, ist ebenso ein eher nutzloses Unterfangen wie die Suche nach Insekten ergebnisarm bleibt. Aber Naturschutz sieht anders aus.

 
Foto vom Feld

Besonders verdummend ist aber dabei, dass der Hintergrund dieses plötzlichen, und im Widerspruch zu den, das Mitverschulden am fatalen Dilemma ja bestreitenden, Äußerungen des Bauernbundfunktionärs stehenden, „bunten Treibens“ ja zunächst aus den Erfordernissen der EU-Agrarsubventionen herrührt. Denn eine derartige „blühende“ Gestaltung der Schlagränder entlang der großflächigen Monokulturen ist eine Voraussetzung für den Bezug der Subvention.

Dr. Eberhard Schneider, 08/2019 – Fotos: VsK/Schneider


Spontanbildung einer Uferschwalbenkolonie in Linum

Foto Teich mit Bruthöhlen, Linum
Teich mit Bruthöhlen, Linum

Als außerordentlich vogelfreundlich hat sich eine Maßnahme im Bereich der Teichwirtschaft im Teichland Linum erwiesen: Ein vormaliger Vorstreckteich wurde umgestaltet und darin ein inselartiger Sandhügel errichtet. Ob dies als eine besondere Landschaftsgestaltung zu verstehen ist, oder ob die auf dem Inselchen angepflanzte Palme und das mediterrane Flair des Südseestrandes symbolisch als Vorbote des Klimawandels gelten soll, bleibt dem kreativen Erschaffer belassen. Jedenfalls hat diese zumindest originelle Umgestaltung des ehemaligen Fischteiches eine – vermutlich eher unbeabsichtigte – Folge gezeitigt: Es haben sich spontan dort mehrere Uferschwalben, Riparia riparia, eingefunden und eine Brutkolonie gegründet.

Foto Teich mit Bruthöhlen, Linum

Uferschwalben (auch Rheinschwalben genannt) sind mit 12-13 cm Körperlänge die kleinsten Schwalben in Europa; sie sind sehr gesellig, brüten nicht nur in Kolonien sondern schließen sich, auch abseits der Brutplätze, gern zu Trupps und Schwärmen zusammen. Der Flug der oberseits erdbraun, unterseits weiß mit graubraunem Brustband, gefärbten Vögel wirkt unstet und weniger zielgerichtet als bei anderen Schwalben. Ihre Bruthöhlen graben sie in lehmige oder fest-sandige Abbruchkanten oder Steilufer. Solche sind natürlicherweise nicht immer sehr dauerhaft und brechen oftmals weg. Demzufolge sind Uferschwalben öfters gezwungen, neue Standorte für die Brutkolonien zu suchen und zu besiedeln, etwa in Kies- oder Lehmgruben und anderen Ersatzlebensräumen. So wurde auch die Böschung der im Winterhalbjahr enstandenen „1. Palmeninsel im Rhinluch“ spontan angenommen. Es wurden (mindestens) 13 Brutröhren angelegt und darin Bruten aufgezogen wie die fütternden Altvögel erkennen ließen.

Dr. Eberhard Schneider, 08/2019 – Fotos: VsK/Schneider


Gute Chance für mehr Naturschutz

Foto Moorwald Zarth
In unserem Moorwald „Der Zarth“ von Treuen­brietzen hat die „Wildnis“ schon längst freien Lauf

Zu einem zwar längst überfälligen, dennoch nicht weniger begrüßenswerten, Entscheid ist die Bundesregierung gekommen. Mit der Bereitstellung dafür benötigter Finanzmittel soll die aus Gründen des Natur- und Artenschutzes unerlässliche Sicherung großflächiger „Wildnisgebiete“ ermöglicht werden. In der angestrebten „Wildnis“ soll die natürliche Entwicklung einer vielfältigen Lebensgemeinschaft gewährleistet sein. Dort werden keinerlei störende Einflussnahmen oder Nutzungen erfolgen, um allen Lebewesen die ungestörte Entwicklung und biologische Anpassung zu belassen. Im Zeichen des sich wandelnden Klimas ist die biologische, evolutive Anpassung an die sich ändernden ökologischen Bedingungen äußerst bedeutsam und unerlässlich, um die Zukunftsperspektiven der Artenvielfalt zu wahren. Die natürlich Wildnisentwicklung wird auch einen spürbaren Beitrag im Klimaschutz erbringen. Denn die natürlichen Lebensgemeinschaften mit ungestörtem Wachstum, vor allem der Waldbäume, vermögen in hohem Maße die Bindung der den Klimawandel antreibenden „Klimagase“, insbes. CO2, aus der Atmosphäre vorantreiben und deren Speicherung übernehmen. Alte, bis ihrem natürlichen Ende belassene Bäume binden über Jahrhunderte große Mengen des Kohlendioxids.. Wilden Wäldern kommt, im Zeichen des Klimawandels, auch zunehmende Bedeutung als Wasserspeicher zu.

Foto Moorwald Zarth
Moorwald „Der Zarth“ von Treuen­brietzen

Das Vogelschutz-Komitee hat sich in die Entwicklung des Konzeptes der „Wildnis“ eingebracht und wird sich auch weiterhin in diesem Sinne für den Erhalt der Artenvielfalt in den künftigen großen Wildnisgebieten verwenden. Wir werden aber unbedingt und verstärkt auch weiterhin für den Erhalt kleinflächiger Schutzbereiche eintreten. Wir werden wie bisher die Sicherung auch kleinster Refugien voranbringen. Es ist nicht das Ziel der großflächigen zur „Wildnis“ erklärten Naturlandschaften, den Natur- und Artenschutz nur noch dort zu realisieren. Auch das mannigfaltige Mosaik kleinflächiger, über die Kulturlandschaft verteilter, Habitatinseln muss erhalten, geschützt und weiter entwickelt werden. Diese naturschutzfachlich ungeheuer bedeutsamen naturnahen Restflächen in der intensiv genutzten Landschaft erfahren auch künftig ihre maßgebliche Bedeutung als unverzichtbare „Trittsteinhabitate“ und in der Biotopvernetzung. Die Wiederherstellung ausgedehnter extensiver „wilder“ Wiesen, der Feuchtwiesen und Moore bleibt nicht minder wichtige Naturschutzaufgaben.

Dr. Eberhard Schneider, 09.07.2019 – Fotos: Vsk/Schneider

Weitere Informationen zu Wildnisgebieten (Broschüre etc.)
Informationen zum Naturschutzgebiet „Zarth“
Pressemitteilung der Initiative „Wildnis in Deutschland“


Erneute Auszeichnung im UN-Dekade Biologische Vielfalt

Logo UN-Dekade 2019

Die Bornheimer Obstblütenlandschaft Botzdorf-Hennesenberg, ein langjähriges gemeinsames Projekt von BUND- Kreisgruppe Rhein-Sieg-Kreis, Vogelschutz-Komitee und Landschafts-Schutzverein-Vorgebirge, wird zum dritten Mal in Folge (2015, 2017) für zwei Jahre als UN-Dekadeprojekt für Biologische Vielfalt ausgezeichnet. Eine jeweilig erneute Auszeichnung erfolgt, wenn in einem zuvor ausgezeichneten Projekt wesentliche weitere Projektbausteine und -erfolge erarbeitet worden sind. Dazu gehören hier z. B. das Arnika-Projekt, die Zusammenarbeit mit den Universitäten, der stete Zukauf von Flächen, die Ansaat und Pflege neuer Wiesen, die Pflanzung weiterer Obstbäume, die Teilnahme am BUND-Gartenschläfer-Projekt u.a.m.

Das Vogelschutz-Komitee hat insbesondere beigetragen durch den Erwerb großer Grundstücksflächen, wofür in erheblichem Umfang eigens eingeworbene Spenden eingebracht wurden.


Erneut ein illegaler Wildvogeltransport aufgeflogen

Bei einer  Verkehrskontrolle auf der A4 bei Köln wurden  Anfang Juni in einem Auto insgesamt 116 naturschutzrechtlich geschützte Singvögel von aufmerksamen Polizeibeamten entdeckt. Insgesamt 50 Stieglitze, 34 Grünfinken und 32  Kernbeißer, die im Fußraum vor den Rücksitzen des Fahrzeugs transportiert wurden. Drei Vögel waren bereits tot, teilte die Polizei Köln am 10. Juni mit. Einzelne Tiere wiesen Verletzungen auf.

Alle Vögel wurden beschlagnahmt und zu einer unweit des Fundortes gelegenen privaten Wildvogelauffang- und –pflegestation gebracht. Nach fachmännischer Begutachtung ihres Gesundheitszustandes und sachgerechter Versorgung wurden alle Vögel mit passenden Fußringen markiert. Es wurden zum Zwecke weiterer Untersuchungen (etwa wegen eines Elternschaftsnachweises) Federproben genommen und die Vögel dann später an geeigneten Plätzen freigelassen.

Den Schwarzmarktwert der Vögel bezifferte die Polizei mit ca. 13.500 Euro. Die beiden 37 bzw. 38 Jahre alten Männer aus dem Fahrzeug gaben an, dass die Vögel von ihnen selbst in eigener Nachzucht gezüchtet worden seien.  - Allerdings waren die Tiere nicht mit den sie als legale Nachzucht ausweisenden Fußringen markiert. Ziel der auffällig gewordenen Männer sei, nach eigenen Angaben, Belgien gewesen, um die Vögel dort zu verkaufen. Es wird nun gegen beide wegen Verstoßes gegen die artenschutzrechtlichen Bestimmungen als auch gegen das Tierschutzgesetz ermittelt.


Hessentag in Bad Hersfeld

Zum diesjährigen „59. Hessentag“ (07.-16. Juni) lenkt das Vogelschutz-Komitee den Blick der zahlreichen Besucher auf den

Schwarzstorch.

Auf dem zum Hessentag ausgerichteten Stand unseres Projektpartners HGON (Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz) bieten wir Informationen und Material zum Vogelschutz.

Insbesondere zum „Waldstorch“, der seit seiner Ausrottung Anfang des vorigen Jahrhunderts wieder als Brutvogel in manchen hessischen Wäldern anzutreffen ist und dringend des Schutzes bedarf.

 



Schwarzstorch in Hessen

  • 1909 in Hessen durch Abschuss eines letzten „Waldstorches“ (bei Battenberg/Eder) ausgerottet
  • Anfang 1980er Jahre Rückkehr und Wiederbe-siedlung in Nordhessen (Meißner, Kaufunger Wald, Knüll); Ausbreitung nach Südwesten
  • Hessischer Bestand derzeit ca. 90 Brutpaare
  • ausgedehnte, reich strukturierte Laub- und Laubmischwälder mit Lichtungen, kleinen Fließgewässern und Tümpeln bilden den idealen Lebensraum; nahe gelegene, feuchte, extensiv genutzte Wiesen ergänzen optimal.
  • Die Nahrung bilden im Wasser lebende Tiere, vor allem Fische, Amphibien, Insekten /-larven, Mäuse u. a. Kleinsäuger
  • Horste in starkastigen Kronen hoher Bäume; sie werden „horsttreu“ über mehrere Jahre besetzt; verringert sich das Nahrungsangebot in den nahen Waldbächen, beziehen die Paare einen anderen Horst. Gelege: 3 -5(6) Eier, Brutdauer: 36 Tage, Nestlingsdauer: 65 Tage; Alter bis 20 J.
  • Störanfälligkeit - vor allem in den ersten Wochen nach Ankunft am Brutplatz; deshalb:
  • Horstschutzbereich = Störungen vermeiden!
  • Zugvogel - zwei Zugrouten: „Ost- und „Westzieher“; August/September verlassen Schwarzstörche die Brutreviere und ziehen entweder über Spanien/Gibraltar nach Westafrika (Senegal) oder über Bosporus u. Israel nach Ostafrika. Zugrouten deutscher Schwarzstörche seit 1934 bis 2000(n = 24 Ringfunde) aus: Bauschmann, Hormann, Rohde/ HGONwebsite 2019 Grafik Zugruten
  • Seit 2008 auch hessisches Forschungsprogramm: Farbberingung u. Sender an Jungstörchen, zur Erkundung der Zugwege (insbesondere auch von Gefahrenstellen wie Strommasten u.a.)
  • Schutz der Brut- u. Nahrungsreviere, Habitatver-besserung: Erhalt hoher alter Bäume, Renaturier-ung von Kleingewässern, extensive Pflege und Beweidung waldnaher „wilder“ Wiesen
  • Waldwildnis und mehr „wilde Wälder“

 



 



Mehr Artenschutz in der EU

Um den im Washingtoner Artenschutzabkommen C.I.T.E.S. vereinbarten Schutz allen Arten auch in der EU zuteilwerden zu lassen, hat sich das Vogelschutz-Komitee der Forderung befreundeter Tierschutzverbände angeschlossen und das nachfolgend wiedergegeben Schreiben an die Bundesumweltministerin mit unterzeichnet:

 



 



Pressestatement zu Düngerecht & Manfred Weber

Pressestatement

Berlin, 22.05.2019 – Anlässlich derheutigenBund-Länder-Beratung zur Nachschärfung des Düngerechts und den Äußerungen von Europa-Spitzenkandidat Manfred Weber (CDU) kommentiert Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbandes Deutscher Naturschutzring (DNR):  

 Und wieder ging ein Güllegipfel zu Ende wie das Hornberger Schießen. Bundesministerin Julia Klöckner setzt offensichtlich darauf, dass die von der EU-Kommission angedrohten Strafzahlungen nach dem Wahlsonntag vom Tisch sind. Gestern hat ihr Parteikollege Manfred Weber öffentlich erklärt, dass er als Kommissionspräsident von Deutschland keine Nachschärfung des Düngerechts einfordern wird.

Ein Präsidentenanwärter, der vor der Wahl verspricht, dass Deutschland unter seiner Ägide EU-Umweltrecht nicht einhalten muss, hat sich schon vor der Wahl für dieses Amt disqualifiziert. Weder die Bürger, noch andere Mitgliedstaaten, noch Deutschland selbst haben einen Kommissionspräsidenten verdient, der auf die Einhaltung von EU-Recht pfeift und eine Germany-First-Politik verspricht. 

Der Europäische Gerichtshof hat Deutschland mit Brief und Siegel attestiert, die EU-Nitratrichtlinie nicht einzuhalten. Wer die europäische Gewaltenteilung in solch demokratieverletzender Weise missachtet, kann und darf kein europäisches Spitzenamt antreten!“

Hintergrundinformation
Das Positionspapier der Verbände zum Düngerecht finden Sie hier. 





Pressestatement

Berlin, 21.05.2019 – Anlässlich des morgigen Internationalen Tages der Biologischen Vielfalt kommentiert Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbandes Deutscher Naturschutzring (DNR):

 „Jede achte Tier- und Pflanzenart ist durch den Menschen vom Aussterben bedroht. Wie deutlich muss die Botschaft noch werden, damit etwas passiert? Statt Taten ist jedoch das laute Schweigen der Kanzlerin unüberhörbar.

Wenn selbst Regierungsstudien aufzeigen, dass der Erhalt der Natur und ihrer Vielfalt höchste Priorität bei den Bürgerinnen und Bürgern haben, ist die Regierung zum Handeln gefordert. Umso mehr, als dass die Bürger fordern, den Erhalt der Biologischen Vielfalt über die Profitinteressen von Konzernen zu stellen.

Forderungen, das Artensterben noch genauer vermessen zu müssen, bevor wir handeln, sind fahrlässige Verzögerungstaktiken. Statt Bienen-Apps braucht es eine grundlegende Neuausrichtung der Agrarpolitik.

Es reicht nicht mehr, sich in Abkommen und Strategien zum Erhalt der biologischen Vielfalt zu verpflichten. Unsere biologische Vielfalt braucht sofort konkrete Maßnahmen der Bundesregierung zum Stopp des sechsten Artensterbens.

Biologische Vielfalt ist dabei mehr als eine Vielfalt der Arten. Es geht auch um eine Vielfalt der Lebensräume und um eine Vielfalt der Gene. Deswegen fordern die im Deutsche Naturschutzring zusammengeschlossenen Verbände einen sofortigen Stopp des Artensterbens, einen grundlegenden Umbau der europäischen Landnutzungs- und Agrarpolitik und ein europaweites Verbot der Ausbringung gentechnisch veränderter Organismen.

Frau Kanzlerin, fordern sie endlich am Kabinettstisch von allen Ressorts „Vorfahrt für die Vielfalt“! Der Verlust der biologischen Vielfalt kostet schon heute zehn Prozent des Weltwirtschaftsproduktes. Wir können uns keinen stummen Frühling und keine stumme Bundesregierung mehr leisten.“





 

Nonnenmord in Brandenburg

Oberverwaltungsgericht stoppt Giftsprühen

Erwartungsgemäß hat der Minister weder uns noch andere Petenten überhaupt einer Antwort auf unser Schreiben für würdig befunden. Der vielfach artikulierte Protest blieb ungehört.

Demgemäß begann man wie geplant mit dem Einsatz und versprühte von Helikoptern aus auf wohl ca. 3.000 ha Waldfläche in Potsdam-Mittelmark das Biozid.

Auf den Eilantrag des im Land Brandenburg klageberechtigten Naturschutz bundes (NABU) stoppte das zuständige Oberverwaltungsgericht Berlin- Brandenburg am 17. Mai das Vorhaben. Weil das Gericht die Besorgnis des  Klägers teilt, dass nicht nur die Schmetterlingsraupen der Nonne sondern auch zahlreiche andere Insekten geschädigt werden könnten. 

Damit dürfte für diesmal das noch größere Unheil abgewendet sein. Ob aber die brandenburgische Forstverwaltung in ihrer antiquierten Praxis oder gar der zuständige Minister daraus eine Lernerfahrung beziehen werden?

Dr. Eberhard Schneider

 



Betreff: Kein Gift in Brandenburgs Wäldern!

Holz statt Kinder? Kein Gift in Brandenburgs Wäldern!

Die Forstbehörden in Brandenburg planen einen umfangreichen Insektizid-Einsatz u.a. in den Wäldern rund um die Gemeinden Fichtenwalde, Borkwalde und Borkheide (südwestlich von Potsdam). Vom 29. April bis ca. Mitte Juni 2019 soll großflächig das hochgiftige „Karate Forst flüssig“ auf diversen Forstflächen (ca. 8.000 ha) via Hubschrauber versprüht werden.

Das Insektizid soll „Kieferngroßschädlinge“, wie die „Nonne“, bekämpfen. Normalerweise neigt die Nonne nur alle zehn Jahre zur Massenvermehrung. Angeblich wurde 2018/2019 schon wieder ein verstärkter Nonnenbefall festgestellt. Das Insektizid soll dann versprüht werden, wenn die Raupen der Nonne geschlüpft sind und zum Fressen in die Baumkronen wandern.

Zwei Tage lang werden die Wälder dann für Menschen gesperrt. 56 Tage nach dem letzten Sprüheinsatz dürfen keine Waldfrüchte, Kräuter und Pilze in den Wäldern gesammelt werden. Falls es in dieser Zeit nicht oder nicht viel regnet, dürfte sich diese Frist noch verlängern. Wie lange genau, das weiß keiner.

„Nach der Besprühung ist für zwei, drei Monate Totenstille im Wald“

Wir sorgen uns um Folgendes und fragen uns:

-      Bereits 2014 hat das BVL (Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit, Braunschweig) "Karate Forst flüssig" für den Einsatz im Forst generell verboten. Wieso wird jetzt dieses hochgiftige Totalinsektizid durch die Brandenburger Forstverwaltung wieder eingesetzt?

-      Das Insektizid muss über 120 Meter von Gewässern, aber nur 30-40 Meter von Siedlungen, in denen auch Kleinkinder spielen, ferngehalten werden. Wie erklärt sich diese Diskrepanz? Und wie sollen diese Entfernungsvorgaben eingehalten werden?

-      Im geplanten Besprühungsareal hat sich u.a. ein – streng geschütztes - Seeadlerpärchen angesiedelt. Welche Auswirkungen dieses Gift auf das Brutpaar hat, kann man sich gut vorstellen. Wissenschaftliche Untersuchungen gibt es unseres Wissens dazu nicht.

-      In einigen Teilen des betroffenen Waldes gibt es – streng geschützte - Rote Waldameisen. Auch leben in diesen Wäldern u.a. Tagschmetterlinge, Spinnen, Kleinvögel, Blindschleichen und Waldeidechsen. Welche Auswirkungen hat das Gift auf diese Lebewesen?

-      „Karate Forst flüssig“ soll in der Zeit von Ende April bis Juni versprüht werden, d.h. also in der besten Brutzeit. Wo und wie sollen die in ihrem Bestand generell schon stark bedrohten Vögel ausreichend Nahrung für ihren Nachwuchs finden?

-      Durch den Gifteinsatz wird Naturschutzrecht verletzt und einige der betroffenen Waldbesitzer – die Eigentümer der Flächen – lehnen den Einsatz ab. Wie kann es sein, dass sich die Behörden darüber hinweg setzen wollen?

-      Wie verantworten die Behörden in Brandenburg – in Zeiten massiven Insektensterbens – den Einsatz eines solch hochgiftigen Stoffes in der freien Natur?

-      Wie wollen die Behörden sicherstellen, dass Bienenvölker nicht von diesem Gift beeinträchtigt werden?

-      Welchen Sinn macht es, einerseits ein „Insektenschutzprogramm“ aufzustellen und dann in den Brandenburger Wäldern Insektizide zu versprühen?

Wir fordern Brandenburgs Behörden auf, diesen unsinnigen und gefährlichen Gifteinsatz sofort zu stoppen!

Das Geld dafür sollte lieber in den ökologischen Waldumbau und die natürliche Schädlingsbekämpfung gesteckt werden. Damit auch unsere Kinder in Zukunft noch einen Wald, der diesen Namen verdient, erleben können.

Bitte helfen Sie uns und beschweren Sie sich:

       

Unser Widerstand wird unterstützt von:

Weitere Informationen

Alle Informationen auch auf www.tempelwald.de

SIEBENGRÜNDE - Büro für Kommunikation

Elke Thiele

Christburger Straße 44

10405 Berlin

Tel:      +49 30 – 60 96 88 30

Mobil:   +49 177 - 267 42 28

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Pressestatement zum Bericht des Weltbiodiversitätsrates
 


Pressestatement

Berlin, 06.05.2019 – Heute wird der Bericht des Weltbiodiversitätsrates (IPBES) veröffentlicht, der sich mit dem aktuellsten Forschungsstand über den Zustand und die Entwicklung der biologischen Vielfalt befasst. Die Ergebnisse im Bericht zeigen: Die Menschheit verbraucht Ressourcen in einer Schnelligkeit, die weit über die Fähigkeit des Planeten zur Selbsterneuerung hinausgeht. Das Artensterben ist längst nicht mehr nur ein ökologisches Problem. Zunehmend werden ganze Ökosysteme instabil und damit die Grundlage für Nahrung, sauberes Wasser und frische Luft. Es kommentiert Prof. Dr. Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbandes Deutscher Naturschutzring (DNR):

„Der Bericht des Weltbiodiversitätsrates zeigt: Der Umgang mit der Natur wird die soziale Frage des 21. Jahrhunderts werden. Schon heute kostet der Verlust von Weideland, Bäumen und Feuchtgebieten rund zehn Prozent des Weltwirtschaftsprodukts. Wir werden uns entscheiden müssen: Entweder wir steuern heute in der Landnutzungspolitik um oder wir müssen morgen mit Millionen Flüchtlingen vor den Toren Europas umgehen.“ Niebert weiter: „Tatsache ist, dass sich die ökologischen Kosten immer noch nicht im Preis der Lebensmittel widerspiegeln. Solange wir eine Agrarindustrie aus Steuermitteln subventionieren, damit sie billiges Schweinefleisch nach China exportieren kann, werden Mensch und Natur weiter leiden.”

Dabei wäre ein Umsteuern durchaus machbar. Der DNR fordert deshalb mit seinen Mitgliedsorganisationen eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik. Es muss das Prinzip „öffentliches Geld für öffentliche Leistungen“ gelten. Anstelle von pauschalen Flächenprämien, von denen die Agrarindustrie profitiert, müssen ökologische Mindeststandards festgelegt und echte Umweltleistungen finanziert werden. 

Fachliche Nachfragen:
Ilka Dege| Koordinatorin Biodiversitätspolitik

+49 (0)30 6781775-917
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Presse:
Nina Slattery | Presse und Kommunikation

+49 (0)30 - 678 1775 78

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

www.dnr.de

 

 

 



Tierschutzfilm

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Der Deutsche Naturschutzring (DNR) wendet sich an alle Wahlberechtigten und ist bemüht, möglichst viele Wählerinnen und Wähler auf die Bedeutung der anstehenden Wahl zum Europäischen Parlament hinzuweisen und zur Wahl demokratischer Parteien aufzufordern. Eine besondere Rolle misst der DNR, in Übereinstimmung mit seinen  ca. 110 Mitgliedsverbänden, dabei auch dem Tierschutz zu.

Unter dem Link https://we.tl/t-sb28JNeCDo finden Sie einen Beitrag dazu, wie Wähler bei der Wahl sich für Tiere und Tierschutz verwenden können.

Dr. Eberhard Schneider

 




natürlichEuropa geht in die heiße Phase // Eckpunktepapier Digitalisierung BMU


Liebe Kolleginnen und Kollegen in den DNR-Mitgliedsorganisationen,

nachfolgend zwei Informationen, die wir Ihnen aus aktuellem Anlass gerne zukommen lassen möchten:

  1. 1.       Europawahl-Kampagne natürlichEuropa

Seit dem Auftakt unserer gemeinsamen Europawahlkampagne #natürlichEuropa ist einiges ins Rollen gekommen: Wie erhofft, haben zahlreiche Gruppen die Nachricht bis in die letzten Winkel Deutschlands getragen, auf Facebook, Twitter und Instagram werden Filme und Bilder genutzt, um auf die Wahl und gleichzeitig auch auf umweltpolitische Missstände aufmerksam zu machen. Einige Mitgliedsorganisationen haben das Angebot angenommen, über die Kampagne der Europäischen Bewegung Deutschland für die Wahl aufzurufen und in mehreren Verbandsnewslettern wurde auf #natürlichEuropa hingewiesen. Vernetzungen mit anderen Europawahl-Akteuren wie der Alliance4Europe und #loveyouEU wurden ebenfalls hergestellt.

Noch bleiben uns knapp drei Wochen – drei Wochen, in denen wir weiter Ihre Unterstützung brauchen, damit die Kampagne bis zum 26. Mai einen echten Mehrwert erzielt.

Wir würden uns freuen, wenn das Aktionshandbuch an Kolleginnen und Kollegen in der Presse-, Öffentlichkeits- und Social-Media-Arbeit weitergeleitet würde, aber auch an die Gruppen, die eigene Versammlungsräume haben – im Aktionshandbuch gibt es auch Angebote für die reale Welt.

Wir konzentrieren uns in der verbleibenden Zeit auf drei Dinge:

-          Kooperationen mit anderen Akteuren, die unsere Kampagne tragen können und dadurch auch über die eigenen Akteure hinaus Werbung machen – sowohl digital als auch analog

-          Bewerbung der Demo EinEuropafürAlle, die am 19.05. stattfindet

-          Vorbereitung des Countdowns – in der letzten Woche vor der Wahl wollen wir einen letzten großen Push über Social Media mit der Kampagne geben.

  1.  

Wir hoffen, mit möglichst vielen Organisationen gemeinsam mehr Umwelt und Nachhaltigkeit ins Europäische Parlament zu bringen. Wenn noch Material für die Kampagne benötigt wird, senden wir gern Flyer, Infografiken und Aufkleber. Bei weiteren Fragen und Anregungen steht unsere Kollegin Nina Slattery (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) jederzeit zur Verfügung.

  1. 2.       BMU-Eckpunktepapier Digitalisierung

Anbei befindet sich ein aktuelles Papier des BMU zur Umweltrelevanz der Digitalisierung. In dem Papier werden eine Reihe von Herausforderungen und Handlungsmöglichkeiten angesprochen, die auch in den Umweltverbänden zunehmend thematisiert werden. Zudem stellt das BMU konkrete Maßnahmen vor, die in nächster Zeit auf der Agenda stehen.

Viele Grüße

Florian Schöne
Politischer Geschäftsführer
Deutscher Naturschutzring (DNR) e.V.
Marienstr. 19-20

D - 10117 Berlin

Fon +49-(0)30-678 1775-99, Fax -80

www.dnr.de 

 



 

 



Die Vogelschutzrichtlinie wurde 40 Jahre alt - welche Besserungen hat sie im Bereich Wildvogelhandel gebracht? - Erfahrungen aus der Alltagspraxis



 

 



Wer unsere Umwelt und Gesundheit stärken will, wählt #natürlichEuropa

Europa wählt

 




Neuigkeit zur Petition Bundespressekonferenz: Angriffe auf die Zivilgesellschaft


 

EU-Gericht Glyphosat-Studien müssen veröffentlicht werden Studien über ein mögliches Krebsrisiko durch das Unkraut-Vernichtungsmittel Glyphosat müssen laut einem Urteil des Gerichts der Europäischen Union öffentlich gemacht werden.

 


Pressestatement zur Verabschiedung der Jagdgesetznovelle in NRW

Pressestatement

Berlin, 22.02.2019 – Zur Verabschiedung der Jagdgesetznovelle im Umweltausschuss des Landtags von NRW am gestrigen Donnerstag erklären Undine Kurth, DNR-Vizepräsidentin und Elisabeth Emmert, Vorsitzende des Ökologischen Jagdverbandes:

„Mit der weitgehenden Rücknahme der in der letzten Legislatur verabschiedeten Verbesserungen im Jagdrecht sind in NRW grundlegende Bestimmungen des Tierschutzes ignoriert worden. Wider jede Vernunft und entgegen eindeutiger Stellungnahmen der Tier- und Naturschutzverbände hat das Jagdgesetz durch diesen Rückschritt so seine ökologische und ethische Ausrichtung verloren. Es ist unbegreiflich, wieso man überwundene Jagdmethoden wie die Baujagden auf Füchse oder die Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Tieren wieder zulässt. Nicht einmal der Nachweis der Schießfertigkeit bei Gesellschaftsjagden soll noch von Nöten sein. Wenn dies die Blaupause für zukünftiges „ökologisches“ Handeln von CDU und FDP ist, dann wird deutlich, wie wichtig die Kontrolle politischer Entscheidungen durch eine aktive Zivilgesellschaft mit ihren Verbänden und Organisationen ist.“

 

Fachliche Nachfragen:

Undine Kurth|DNR-Vizepräsidentin

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Presse:

Nina Slattery | Presse und Kommunikation

Tel:+49 (0)30 - 678 1775 78

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Pressestatement 

Berlin, 14.02.2019 – Anlässlich des erfolgreichen Volksbegehrens „Artenvielfalt - Rettet die Bienen“ in Bayern, bei dem die erforderliche Zehn-Prozent-Hürde mit über einer Million Unterschriften deutlich überschritten wurde, betont Kai Niebert, Präsident des Umweltdachverbands Deutscher Naturschutzring (DNR):

Wir gratulieren den bayerischen Naturschutzverbänden zu diesem historischen Erfolg. Das Volksbegehren macht deutlich, dass der Schutz der biologischen Vielfalt in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Wer jetzt noch behauptet, Naturschutz sei nur lästiger Ballast für die wirtschaftliche Entwicklung, hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.

Dieses Ergebnis ist eine Bestätigung für die unermüdliche Arbeit der unzähligen Naturschützerinnen und Naturschützer auf regionaler Ebene und verleiht ihrem Engagement hoffentlich viel Rückenwind. Zugleich ist es ein Signal an die Politik in Bund und Ländern, das dramatische Artensterben auch jenseits von Sonntagsreden ernst zu nehmen und endlich in allen Bereichen konkrete Maßnahmen für den Schutz von Insekten zu ergreifen. Mit der laufenden Reform der EU-Agrarpolitik besteht die Gelegenheit, eine grundlegende Neuausrichtung zu erreichen. Wir appellieren insbesondere an Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner, die Agrarpolitik endlich auf gesellschaftlich tragfähige Beine zu stellen. Denn ansonsten gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft die gesellschaftliche Entwicklung.“